Katalog

Di e Nationalpolitische Erzi ehungsanstalt i n Dresden-Klotzsche   121 Anmerkungen 1 Friedrich Nietzsche, zitiert nach Peter Reichel:Politik mit der Erinnerung.Gedächtnisorte imStreit umdie national- sozialistische Vergangenheit,München,Wien 1995,S.326. 2 DGUV Akademie Dresden=Akademie der Deutschen Ge- setzlichen Unfallversicherung e.V.,vormals Berufsgenos- senschaftliche Akademie für Arbeitssicherheit und Ge- sundheitsschutz. 3 Offiziell wurden sie NPEA abgekürzt; unter dem Kürzel »Napola« sind diese Schulen heute allgemein bekannt. Aus Gründen der Lesbarkeit wird in Zusammenhang mit NationalpolitischenErziehungsanstalten imweiterenText- verlauf von NPEA gesprochen. 4 Benannt nach dem Dresdner Hitler-Jungen Rudolf Schrö- ter,der1931beiStraßenkämpfen inLeipzigumsLebenkam. 5 Bernhard Rust: Erziehung zur Tat. In: In: Rudolf Benze (Hg.): Deutsche Schulerziehung. Jahrbuch des Deutschen Zentralinstituts für Erziehung und Unterricht 1941/1942 (1943), S.3–12, hier S.6. 6 Kleint wurde noch im Zuge der Röhm-Affäre (1934) im März 1935 entlassen. Er trat wieder die Stelle als Stadt- schulrat in Dresden an. 7 25. Rundbrief 1976, S.2f. 8 UllrichAmlung:Landesschule Dresden – Entstehung,Kon­ zeption und Praxis (1920–1933). In: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V.(Hg.):Lernräume.Von der Landes- schule Dresden zur Akademie (2009),S.24–49,hier S.47f. 9 Vgl. hierzu u. a. Mitteilungen Landesschule. 10 Curt Fischer (Hg.):Zur Einweihung der Landesschule Dres- den in Klotzsche am 15.Oktober 1927, Dresden 1927, S.10. 11 SHStA,Akten desMinisteriums für Volksbildung Nr.21352, fol.12. 12 Stellungnahme des ehemaligen Schülers H. J. zumWeih- nachtsrundbrief 1976, S.17. 13 Peter Reichel 1995, S.48. 14 Vgl. www.dguv.de/dguv/akademie-dresden/Historie/ Zeittafel/index.jsp; Synergie – Unsere Stärke. Acht Part- ner unter einem Dach. [24.1.2014] 15 Vgl. u.a. Horst Ueberhorst 1969 (Der Dokumentarbericht enthält u. a. ein Interview mit dem letzten Anstaltsleiter Klotzsches, Eugen Wittmann.), Erhard Naake 1970 (die einzige größere Arbeit in der DDR zu den NPEA) und Ha- rald Scholtz 1973 (sein Buch avancierte zum Standard- werk). 16 Erste Veröffentlichung zur NPEADresden-Klotzsche 2008 inderSchriftenreiheSonnenstein.BeiträgezurGeschichte des Sonnensteins und der Sächsischen Schweiz. 17 Der Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossen- schaften (HVBG), heute Deutsche Gesetzliche Unfallver- sicherung (DGUV) ist Eigentümer des Geländes. 18 HVBG (Hg.) 2001, S.1. 19 Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (Hg.):Lern- räume.Von der Landesschule Dresden zur Akademie,Dres- den 2009. 20 Friedrich Nietzsche,zitiert nach Peter Reichel 1995,S.326. Gegenwart und Zukunft »Für eine demokratische Gesellschaft ist jedenfalls die Mehrzahl und die Mehrdeutigkeit von Erinnerungsbildern charakteristisch.« 13 Das trifft auch für die Königsbrücker Landstraße 2–4 zu: Mythenbildung nicht nur unter den ehemaligen Lehrern und Schülern der NPEA, sondern auch unter den Landesschülern. 14 Nach 1989 geriet die Landesschule wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit, in erster Linie wegen der Wiederentdeckung Tessenows als bedeutendem Vertreter der Neuen Sachlichkeit. Selten dagegen wird mit diesem Ort die Nutzung des Geländes als Nationalpolitische Erzie- hungsanstalt verbunden. Auch in der wissenschaftlichen Forschung spiegelt sich dieser Umstand wider:Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre nur imZusammenhangmit der allgemeinen Beschäf- tigung zu den NPEA 15 Erwähnung findend, blieb Klotzsche lange ein Desiderat der Forschung. 16 Widersprüchlich mit dem Erbe verfährt die Nachfolgeeinrichtung des Geländes: In einer Informationsbroschüre aus dem Jahre 2001 des Hauptverbands der gewerblichen Berufsgenos- senschaften  17 zur Geschichte des Anwesens wird die NPEA nur in der abschließenden Zeittafel erwähnt. ImVorwort spricht man gar nur von einer »politische[n] Schule«. Stattdessen konzen- trieren sich die Herausgeber auf die »reform- und sozialpädagogische Landesschule Dresden« 18 . Erst acht Jahre später erscheint ein umfangreicher Sammelband  19 mit kritischen Beiträgen zur Gesamtgeschichte des Areals. So fanden und finden Vergegenwärtigung und Verdrängung, Anamnese und Amnesie gleichzeitig statt. Aber vielleicht tragen gerade diese Widersprüche in der Rezeption dazu bei, dass NS-Vergangenheit beunruhigt, umstritten und immer wieder anstößig bleibt, denn »nur was nicht aufhört wehzutun , bleibt im Gedächtnis«  20 .

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