Katalog
Di e Hochschule für Lehrerbi ldung i n Dresden 123 schulen vergingen. Besonders in Preußen, Sachsen und Bayern gab es unterschiedlicheMeinun- gen zum Studium der Volksschullehrer; außerhalb des dominierenden Preußens strebten die Länder nach Selbstständigkeit bei den Hochschulen für Lehrerbildung, zumal die Verkürzung des Studiums gegenüber den bisherigen Lehrerseminaren kritisch gesehenwurde. 4 Doch ebenso, wie der Anteil wissenschaftlicher Ausbildung umstritten war, bestand auch über die Zahl der zu gründenden Hochschulen Uneinigkeit. Befürworter einer zentralen Lösung standen denen gegenüber, die Hunderte von Hochschulen im ganzen Reich aufbauen wollten. ImZuge des reichsweiten Aufbaus von Hochschulen für Lehrerbildungwurden auf Weisung Mutschmanns vom 5. August 1936 5 die Pädagogischen Institute der TH Dresden und der Uni- versität Leipzig von den beiden Hochschulen getrennt und in eigenständige Hochschulen für Lehrerbildung umgewandelt, die demLeiter des sächsischen Volksbildungsministeriums Arthur Göpfert unterstanden. 6 Nach dem viersemestrigen Studium legten die Studenten die Staats- prüfung für das Lehramt an der Volksschule ab. Jeder Student musste »zur Förderung der Kame- radschaft« ein Semester imMannschaftsheim der Hochschule wohnen. Die Hochschulen lösten, so stellte es sich nur wenige Jahre später heraus, die bestehenden Probleme nicht. In einer Denkschrift des Historikers und Rektors der Pasinger Hochschule Richard Suchenwirth heißt es allgemein: »Man kann das Niveau gar nicht genug senken, um genügend an die Hochschulen [für Lehrerbildung] zu bekommen«. 7 Und dies trotz zahlreicher Vergünstigungenwie demab 1937 kostenlosen Studiumund den stark verbilligtenWohnungen für Studierende in Dresden. Selbst im hiesigen Adressbuch wird für das Studium an der Hoch- schule geworben, wo es heißt: »Der Lebensunterhalt (Wohnung und Beköstigung) erfordert bei Die Hochschule für Lehrerbildung auf der Teplitzer Straße in Dresden
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