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78 | 79 | MenschenWelten | Holzlanze Vor 125000 Jahren, in einem Sommer während der letzten Warmzeit: Inmitten von Eichen­ mischwäldern schnitzen Jäger aus Eibenstämmchen Lanzen, die den Tod bringen sollen. Sorgfältig werden alle abstehenden Zweige entfernt, die Spitzen durch Brennen vorgeformt und anschließend geglättet. Wie man die Dickhäuter jagt, die dreimal so groß sind wie sie selbst, wissen die Menschen – Verwandte jenseits des Stromes haben schon Elefanten getötet. Nun verendet wieder ein Elefant, von einer Lanze getroffen sackt er in einem See zusammen und begräbt die tödliche Waffe unter sich. Die Jäger schlagen Messer aus mit­ gebrachten Feuersteinknollen, schneiden damit Fleischstreifen heraus und tragen sie zum Lager am Ufer. Die Lanze unter dem Elefanten bleibt mit den Messern zurück. Nun fressen sich auch Hyänen an dem Kadaver satt. Schnell verwesen Haut und Fleischreste. Hätte die Lanze nicht unter der Wasseroberfläche gelegen, wäre auch sie vergangen. 1948: Beim Abbau des als Dünger geschätzten Kalkmergels kommen große Knochen zutage. Engagierte Heimatforscher bergen sie, und als sie zwischen den Rippen eine Holzlanze frei­ legen, wird klar, dass ein wahrer Jahrhundertfund gelungen ist. Bis heute ist er weltweit der einzige Nachweis, dass Neandertaler in der Lage waren, Dickhäuter anzugreifen und zu töten und nicht nur als Aas zu verwerten. 1988: In einem Braunkohletagebau bei Gröbern stößt man erneut auf das Skelett eines Europäischen Waldelefanten, wieder mit Feuersteinmessern, aber diesmal ohne Lanze. Nun ist sicher, dass die Elefantenjagd bei Verden keine Ausnahme war. Holzlanze Mittlere Altsteinzeit, ca. 125000 Jahre vor heute Länge: 238,5 cm Fundort: Lehringen (Ldkr. Verden a. d. Aller) Leihgabe Domherrenhaus Verden a. d. Aller Elefantenjäger an der Aller

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