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Frankfurt als Metropole in der Mark Brandenburg I. Frankfurt (Oder) als ›Metropole‹ in der Mark Brandenburg Die Bürger- und Handelsstadt An der Oder gelegen, eingebettet in ein Netz- werk aus Handelsstraßen, erlebte Frankfurt seit der Stadtgründung im 13. Jahrhundert einen raschen Aufschwung. Durch den Ausbau des Flussübergangs zur günstigsten Passage zwischen Breslau und Stettin, das politische Vermögen, Wegezwang und Niederlagerecht durchzusetzen, die aktive Integration in Städte- bünde und das hansische Wirtschaftssystem erlangte Frankfurt eine Schlüsselstellung im Handel zwischen westeuropäischen Ländern und Polen. Hier kam es im Mittelalter zu einer hohen Konzentration von Handelskapital. Die Stadt wurde wichtigstes städtisches Zen trum der Mark Brandenburg und bedeutendster Binnenhandelsplatz Nordostdeutschlands. Die einzigartige Stellung Frankfurts im nordost- deutschen Raum war wesentlich durch die Teil- nahme am hansischen Haupthandel bestimmt. Im Landbuch Kaiser Karls IV. von 1375 rangierte Frankfurt ökonomisch vor allen anderen brandenburgischen Städten. MSCH Während der Stadtentwicklungsphase im Hochmittelalter erhielten viele Städte politi- sche, ökonomische und juristische Privilegien. In der Oderstadt Frankfurt gehörte auch die Niederlagegerechtigkeit bzw. das Stapelrecht dazu. Die daraus und aus dem Fernhandel resultierenden Einnahmen bildeten die Haupt- quelle für das enorme Wachstum der Stadt und den Reichtum des Patriziats. Über mehrere Jahrhunderte prägten einzelne Geschlechter wie die Familien Wins, Buchholtzer und Jobst das Stadtgeschehen – als Bürgermeister, Ratsmänner und weit gereiste Kaufleute. An der Schwelle zur Neuzeit wandelte sich Frankfurt. Nicht länger der Fern-, sondern der Zwischenhandel auf den sich zu Großhandels- märkten entwickelnden Jahrmärkten wurde immer mehr zur entscheidenden Wirtschafts- grundlage. Manch großes Handelshaus, wie z. B. das der Fugger, unterhielt vor Ort in Frankfurt eine Faktorei. Als Mitglied der Hanse gehörte Frankfurt zum ›Wendischen Quartier‹, hatte für die Städte der Mittelmark eine Führungsfunktion inne und hielt im Auftrag der Hanse auch die Verbindungen nach Breslau und Krakau. MSCH 186 Museum Viadrina
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