Leseprobe

40   P r o j e k t p h a s e I · E n t w ü r f e haus geführt. Bei der Besichtigung des haus- internen Kirchsaals sahen wir an der Raum- decke über dem Altar eine große, goldene, abgehängte, runde Fläche. Beim Betrachten wurde diese ebenfalls als zentrierend und be- ruhigend empfunden. Daraufhin erfolgten intuitive Experimente mit runden und ovalen Formen. Letztlich wurde eine kreisrunde Form mit hellen Stoffen kombiniert, und es ent- stand die Idee, über dem Krankenbett auf Kopfhöhe große Stoffkuppeln zu installieren. Mit weißen, dünnen Stoffen verbinde ich räumliche Erinnerungen aus meiner Kindheit, die ich als besonders Halt gebend und beru- higend empfunden habe. So war um mein Bett ein lichter weißer Vorhang gespannt, durch den am Morgen das warme Sonnen- licht fiel. Auch erinnere ich mich an den Schutz des hellen Innenstoffes, wenn ich im Zelt übernachtete. Während des Findungs­ prozesses fand außerdem eine Auseinander- setzung mit Wind in das Experimentierfeld Eingang. Durch den Einsatz von Luftströmen sollte der Stoff der Kuppeln leicht bewegt werden, um die Wahrnehmung der Betrach- ter*innen zurückhaltend zu stimulieren und an die Natur und somit an ein Draußen zu erinnern. links und rechts: Sarah Brodbecks und Yvonne Engelhardts helle Stoffkuppeln strahlten. Materialerkundungen zu Acrylglas sowie Licht- und Farbproben für Deckenleuchten ergänzten die Modellansichten. Letztlich wurden die Skizzen zu einer farbigen Lichtinstallation von Yvonne Engelhardt mit dem Entwurf der Stoffkuppeln von mir in ei- ner farbigen Lichtinstallation kombiniert. Diese sollte in Pastellfarben eingefärbt und von innen beleuchtet, dimmbar und von leichten Luftströmen, die möglicherweise im Raum entstehen können, bewegt sowie zu- sätzlich durch kleine Ventilatoren erzeugt werden. Schnell wurde deutlich, dass das vor- gesehene Material Stoff aus hygienischen Gründen nicht verwendet werden durfte. Notwendig war stattdessen ein festes, leicht zu reinigendes Material wie z.B. Acrylglas. Auch müssten die Kuppeln aus Acrylglas so konzipiert werden, dass die im Inneren dimm- baren Leuchtmittel über ein unabhängiges System bedient werden können. Die zu vari- ierende Lichtintensität würde unterschied­ liche Farbstimmungen erzeugen. Sarah Brodbeck  Literatur ■ Kottmann, R.: Licht, Farbe und Wirkung, 7.9.2011, 2011, S.1–5. https://www.zwp-online.info/zwpnews/ wirtschaft-und-recht/praxiseinrichtung/ licht-farbe-und-wirkung abgerufen (16.6.2020).

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