Leseprobe

Im Gegensatz zur tiefen Hingabe der Schreiber und Maler in ihren Klausen, Ateliers und privaten Räumen finden sich beim hochmodernen Thema Homeoffice kaum Hinweise, mit welcher psychisch-mentalen Verfassung die am Schreibtisch schaffende Person ans Werk gehen soll, mit welch geistiger Grundhaltung die zu erwartenden Arbeitsergebnisse zu erreichen sind. Die vielfältig entstehenden arbeitsrechtlichen, gesundheitlichen, sozi- alen und soziologischen Studien thematisieren hingegen die Auswirkungen der rasch um sich greifenden ArbeitsformHomeoffice auf unser soziales Leben, auf die Arbeitsquantität und -qualität sowie die finanziellen Auswirkungen für Arbeitgebende und -nehmende. Die Themen der Zeit sind Digitalisierung, Videokonferenzen oder Work-Life-Balance. Ob man sich jedoch konzentriert, gedankenversunken, zügig, schnell, nachdenklich oder reflek- tierend ans Werk machen soll, steht nicht zur Diskussion. So wirken die zeitgemäß möb- lierten Büros geradezu aseptisch, clean, steril bis zur Unwirklichkeit (Abb. 1). Oder auf den Fotos sind lachende, sich erholende, entspannt mit demSmartphone telefonierendeMen- schen zu sehen, die jedes Anzeichen von geistiger Müdigkeit aufgrund intensiver Gedan- kenarbeit vermissen lassen. Im Zentrumder neuen Arbeit steht zweifelsohne der Compu- ter, der auf keiner Darstellung fehlen darf. Er verbindet die in ihren Klausen, Kammern

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