Leseprobe

Titelblatt und vier von zehn Blättern der Serie D’Y Stroom, en Zeegezichten , heraus- gegeben von Ludolf Bakhuizen (H. 1–10) Bakhuizen, im deutschen Emden gebo- ren, zog mit 18 Jahren nach Amsterdam, wo er autodidaktisch mit dem Malen begann, doch arbeitete er zunächst als Schreiber. 1657 gab er seinen Beruf als Zeichner an. Er wurde 1663 Mitglied der Malergilde und einer der erfolg- und einflussreichsten Marinemaler der Stadt. Der auch als Grafiker überaus pro- 1 Titelblatt Radierung, einziger Zustand Platte 16,5 × 24,2 cm, Blatt 17,9× 25,4 cm Bezeichnet: »D’Y Stroom, en Zee gezichten.| geteekent en geetst door | LUDOLF BAKHUIZEN,| Anno 1701 Jn Amsterdam.| met Privil: van de Hoog Mog: Heeren Staten General. out 71 Jaar.« Literatur: H. Titel zu 1–10. – Reutlingen 1999, Nr. 48.1 / Ausstellung: 1999 Reutlingen Inv. 31008 Gr Das Titelblatt der Serie, auf dem der Künst- ler auch stolz sein hohes Alter vermerkte, ist zugleich ein Hinweis auf seinen anderen Beruf, den des Schönschreibmeisters oder Kalligrafen. Schwerin besitzt ein gemaltes Porträt Bakhuizens in dieser Rolle, das von seinem Kollegen Willem van Mieris stammt (Inv. G 2351). In aufwendig verschlungenen Lettern, die den einzigen Schmuck der Platte bilden, also auf Rahmenleisten oder ähnlichen Dekor verzichten, vermeldet das Titelblatt das Thema der Folge. Ludolf Bakhuizen (1630–1708) duktive Künstler schuf mit der Folge der Ansichten des Flusses Ij bei Amsterdam seine wohl beliebteste Serie. Die Radie- rungen von 1701 zählen zugleich zu seinen spätesten Werken, da er sieben Jahre nach ihrer Entstehung im hohen Alter von 78 Jahren starb. Die Sammlung Müller enthält das Titelblatt sowie vier von zehn Darstellungen. Die meisten Blätter der Folge, die angeblich »den Ij- Strom und Meeresblicke« zeigt, enthal- ten hübsche Kompositionen, die aber zumeist nicht klar lokalisierbar sind.

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