Leseprobe
81 Die rasche und vielgestaltige Verstädterung ten an dem eingeengten Standort nicht aus, sodass der Stadtgemeinderat am 18. November 1884 den Ankauf von Grundstücken an der Flurgrenze zu Reusa für ein wesentlich größeres Krankenhaus beschloss. Nachdem Stadtbaurat Georg Osthoff am 18. April 1885 das Projekt abzeichnete und der Stadtgemeinderat am 7. Mai 1885 diesem Vorhaben zustimmte, erfolgten am 8. September 1887 die Grundsteinlegung und am 7. Dezember 1889 die Inbetriebnahme des Neubaus. Nun konnte die Betten zahl durch Erweiterungen schrittweise von 114 (1890) auf 124 (1891), 140 (1897), 148 (1899), 210 (1902) und 250 (1904) erhöht werden. Allerdings vergrößerte sich seit 1860 beziehungsweise ab 1889 das zuständige ärztli che Personal nur in einem geringen Umfang, während bis 1904 in Plauen im Zusammenhang mit der stark an wachsenden Einwohnerzahl die Quote der ambulanten Ärzteschaft erheblich anstieg, die sich auch zuneh mend immer mehr aus gefragten Spezialärzten (zum Beispiel für Augenuntersuchungen, Kinderkrankheiten, Hals-, Nasen- und Ohrenbeschwerden, Zahnbehandlun gen) zusammensetzte. Die spezifischen Heilanwendun gen verlangten eine Vielzahl von Arzneimitteln, sodass zusätzlich zur Alten Apotheke bis zur Großstadtwer dung weitere fünf Apotheken in den nunmehr dichter bevölkerten Stadtteilen entstanden: 1867 Schloss-Apo theke, 1879 St.-Johannis-Apotheke, 1890 Schwan-Apo theke, 1900 Concordia-Apotheke, 1904 Adler-Apotheke. In Ergänzung zu der stationären städtischen Kran kenbetreuung seit 1860 beziehungsweise 1889 trugen die sozialen und seelsorgerischen Aufgabenfelder christlicher Einrichtungen sowie die von bürgerlichen Frauenvereinen vorgenommene Unterstützung kranker ärmlicher Bevölkerungsschichten, die mit der sich aus breitenden Industrialisierung merklich zunahmen, auch ganz wesentlich zu einer besseren ambulanten und stationären Krankenfürsorge bei. ⑬ Das neue Plauener Krankenhaus um 1889 Vogtlandmuseum Plauen
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