Leseprobe

195 Die Nachkriegsjahre (1945 – 1949) Stadtrat völlig abhängig von den Besatzern. So durfte etwa im ersten Nachkriegsjahr nicht einmal der Ober­ bürgermeister ohne einen russischen Passierschein das Stadtgebiet verlassen. Die Bevölkerung machte zwiespältige Erfahrungen mit den Besatzern. Einerseits halfen die Rotarmisten, indem sie zum Beispiel kostenlos Essen ausgaben, an­ dererseits standen kriminelle Übergriffe sowjetischer Soldaten auf der Tagesordnung. Vergewaltigungen so­ wie Diebstähle von Uhren und Fahrrädern waren die häufigsten Straftaten. Trümmerberäumung Als dringendste Maßnahme mussten ab April 1945 die Straßen und Plätze wieder befahr- und begehbar ge­ macht werden, begonnen bei den Hauptverkehrsadern bis zu den Nebenstraßen. Aus den Trümmern wurde al­ les noch Verwertbare geborgen, den übrigen Schutt warfen die Räumkolonnen zunächst auf die Ruinen­ grundstücke oder in die Keller völlig zerstörter Häuser. Dazu zog das Arbeitsamt die gesamte arbeitsfähige Bevölkerung heran – Männer bis 65, Frauen bis 35 und ② a) Trümmerfeld um die Pauluskirche, heute Stand- ort der Karl-Marx-Grund- schule, im Vordergrund die Jößnitzer Straße, 1947 b) Trümmerfrauen und -männer, Ecke Forst-/ Krausenstraße, um 1948 Stadtarchiv Plauen (2)

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