Leseprobe
63 Die rasche und vielgestaltige Verstädterung Erstellung von Neubauplänen enthielten, aber ihr Schwergewicht auf die Herstellung von Straßen und Plätzen beziehungsweise auf die Ausgestaltung des öffentlichen Verkehrsraums legten und damit deren wichtige siedlungserschließende Funktion hervorho ben. Die Vielzahl der seit 1865 bestätigten Bebauungs pläne belegt, dass eine zunehmende Anhäufung von Baugesuchen existierte, die zum Beispiel vom 1872 bis 1880 bestehenden Aktienbauverein in der Ostvorstadt ausgingen, von dem 1876/77 mehrere Wohnhäuser in der Schulze-Delitzsch-Straße errichtet wurden. 1878 betraf ein Baugesuch auch das Terrain an der alten Oelsnitzer Straße, als der Eisenhändler Johann Erler einen Bebauungsplan einreichte, der in abgeänderter und erweiterter Fassung für ein oberhalb der Aktien häuser gelegenes Areal der Kemmlervorstadt 1881 fest gestellt wurde. Bereits von 1876 bis 1880 hatte der Bau unternehmer Anton Liebner seine Bauabsichten an der alten Hofer Straße planseitig vorgestellt, sodass nach erforderlicher Vervollkommnung durch den Stadtbau inspektor schließlich 1881 vom Stadtrat die Feststellung des Bebauungsplans erfolgen konnte. Die schrittweise erkennbare Planungsbeihilfe der Stadtverwaltung hatte sich schon daran gezeigt, dass auf der Grundlage des Bebauungsplans der Bahnhofsvorstadt von 1865 und der »Straßenbau-Ordnung« von 1871 der Stadtrat 1873 diesen Neubauplan auf der östlichen Seite der Bahnhof straße bis zur Bahnlinie ausdehnte und ab 1875 meh rere Planänderungen durch die Festlegung von Straßen und Baulinien vornahm. Damit ergab sich rechtsseitig der oberen Bahnhofstraße eine Planausweitung bis zu den Grundstücken von Petzoldt und Uebel, während ③ Der 1865 von Johannes Groh vorgelegte Neubau- plan war neben der günsti- gen Verkehrslage der ent- scheidende Auslöser zur bevorzugten Bebauung der Bahnhofsvorstadt. Stadtarchiv Plauen
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