63 stellung vertreten. Kuehls Werke fallen auf und regen zum Pro- und Contradisput an. Den Sommer über lebt Gotthardt Kuehl für längere Zeit in Dresden und München, wo er mit Freunden der Sezession zusammentrifft. 1888 Gotthardt Kuehl heiratet Henriette Caroline Emma Simonson, die Tochter von Kuehls erstem Dresdner Zeichenlehrer, mit der er sich bereits bei seinem ersten Dresden-Aufenthalt 1867 angefreundet hatte. Sie gehen zusammen nach Paris, wählen aber auch München als weiteren Wohnsitz. Kuehl beteiligt sich an Ausstellungen in Paris, München und Dresden und erhält mehrfach Auszeichnungen. Karikatur von Georg Erler Gotthardt Kuehl und Ferdinand Dorsch am Bodensee · 1910 Städtische Galerie Dresden – Kunstsammlung, Museen der Stadt Dresden, Inv.-Nr. 1994/k 63 Kuehl reist nach Dresden, trifft sich dort mit Woldemar von Seidlitz, dem Vortragenden Rat in der Generaldirektion der Kunstsammlungen. Seidlitz wird der Fürsprecher für Kuehls Berufung als Professor an die Dresdner Kunstakademie werden. Ihm ist auch der Erwerb von Kuehl-Gemälden zu Beginn der 1890er Jahre für die Dresdner Gemäldegalerie zu verdanken. Am 9. Dezember stirbt Gotthardt Kuehls Vater. Kuehl reist nach Lübeck 1889 Weltausstellung in Paris. Obwohl von Seiten Deutschlands ein inoffizielles Verbot zur Teilnehme besteht (die Ausstellung steht im Zeichen des 100-jährigen Jubiläums der Französischen Revolution), regen Kuehl u. a. eine private Teilnahme und eine inoffizielle Abteilung deutscher Gegenwartskunst an. Gotthardt Kuehl wird als deutscher Vertreter der internationalen Preisjury gewählt. 1889 bis 1895 München 1889 Die erfolgreiche Resonanz der deutschen Teilnehmer auf der Pariser Weltausstellung zeigt auch in Deutschland Wirkung. Auf Kuehls Engagement hin werden mehrere französische und deutsche Kunstwerke, die auch auf der Pariser Weltausstellung und im Salon ausgestellt waren, in der ersten Jahresausstellung in München präsentiert. Kuehls Gemälde In der Küche (auch Eine schwierige Frage) wird als erstes Gemälde eines deutschen Künstlers nach 1871 für das Pariser Musée Nationale du Luxembourg angekauft (heute befindet sich das Gemälde im Musée d’Orsay). Gotthardt Kuehl entschließt sich, nach zehnjährigem Paris-Aufenthalt wieder nach München zurückzukehren. Die Münchner Wohnung des Ehepaars befindet sich auf der Gabelsberger Straße 77/I. Kuehl wird der bayerische Verdienstorden vom Heiligen Michael vierter Klasse verliehen. Am 3. Dezember wird Gotthardt Kuehl gemeinsam mit Max Liebermann (dem die preußische Regierung die Annahme untersagt) vom Präsidenten der Republik Frankreich zum Ritter der Ehrenlegion berufen. 1890 Kuehl setzt sich auch auf der zweiten Münchner Jahresausstellung für eine breite Berücksichtigung französischer Künstler ein, was, da sich einheimische Einreicher einer strengen Jury stellenmüssen, zahlreiche Kritiker auf den Plan ruft. Trotzdem erhält er am 22. Oktober
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