7 Wurde Gotthardt Kuehl bei seinem Amtsantritt noch ob seiner virtuosen, unkonventionellen, für Dresden damals zu fortschrittlichenMalweise von denVertretern der akademischen Malerei stark kritisiert und teilweise angefeindet, avancierte er in der folgenden Zeit zu einer nicht mehr wegzudenkenden Künstlerpersönlichkeit amBeginn des 20. Jahrhunderts. Seine Bedeutung für die sogenannte, durch ihn geprägte Dresdner Malschule wird durch die große Anzahl seiner direkten Schüler und der in seiner Tradition bis heute arbeitenden Künstler in Dresden begründet. Obwohl also Gotthardt Kuehl zu seinen Lebzeiten zu den bekanntesten deutschen Malern zählte und als Künstler und Professor für Dresden eine Persönlichkeit von außerordentlicher Bedeutung war, gilt er heute als nahezu vergessen. Im Dresdner Ausstellungs- und Kunstgeschehen der vergangenen Jahre war Kuehl kaum präsent. Die letzte große Ausstellung fand 1993 im Albertinum in Kooperation mit demMuseum für Kunst und Kulturgeschichte Lübeck statt. Zur Ausstellung Der deutsche Impressionismus 2010 in Bielefeld wurde Gotthardt Kuehl als vergessener Künstler des Impressionismus »wiederentdeckt«. Seit fast 30 Jahren gab es in Dresden, einer der Hauptwirkungsstätten des Künstlers, keine Personalausstellung der für die Dresdner Malerei so wichtigen Identifikationspersönlichkeit mehr. Umso froher bin ich, dass die Städtischen Sammlungen Freital nun mit dieser Ausstellung und dem Katalog in die »Lücke springen« und endlich das Werk des Akademieprofessors wieder mehr in das Bewusstsein der Freitaler, Dresdner und hoffentlich auch überregionalen Kunstfreunde bringen können. Selbstverständlich wäre diese Ausstellung ohne weitläufige Unterstützung nicht möglich gewesen. Fast überall, wo ich mein Projekt vorstellte, stieß ich auf Interesse, offene Ohren und tatkräftige Hilfe. Ganz besonders danke ich dabei Frau Dr. Uta Neidhardt, Frau Heike Biedermann und Herrn Dr. Jasper Warzecha für sein wunderbares Essay über Kuehls Kircheninterieurs. Ich danke den institutionellen und privaten Leihgeberinnen und Leihgebern, die sich für die Zeit der Ausstellung von ihren Schätzen trennen, und den als Vermittlern agierenden Auktionshäusern. Als wichtige und mir stets gewogene Kooperationspartnerin steht die Städtische Galerie Dresden, die für diese Ausstellung als Hauptleihgeberin fungiert, an erster Stelle. Die Sächsische Landesstelle für Museumswesen förderte sehr großzügig den hier vorliegenden Katalog. Und last but not least danke ichmeinemTeamauf Schloss Burgk. Ich freue mich auf die Ausstellung und unsere treuen und hoffentlich zahlreichen kunstsinnigen Besucherinnen und Besucher. Kristin Gäbler Direktorin Städtische Sammlungen Freital 1 Georg Minde-Pouet, Gotthardt Kuehl, in: Westermanns Monatshefte 63 (1918), Bd. 125, H. 745, S. 18.
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