17 100 Jahre nach Eröffnung des Museums für Hamburgische Geschichte, also nach 100 Jahren Geschichte von Dauerausstellungen in diesem Haus, waren die Künstlerinnen und Künstler der AdK und GEDOK eingeladen, die II. Biennale angewandter Kunst als Reflex oder als Kommentar zur aktuellen Dauerausstellung des Museums zu formulieren und ihre Positionen in einen direkten räumlichen Bezug zu den jeweiligen Exponaten, Installationen oder Themenbereichen zu stellen – also als »Intervention«. Intervention als Methode Der Begriff »Intervention«, abgeleitet aus dem lateinischen intervenire (dazwischen- oder hineinkommen), bedeutet so viel wie »Eingriff« oder »Einmischung« und beschreibt eine aktive Vorgehensweise gegenüber etwas Bestehendem. Im Museum bedeutet künstlerische Intervention in der Regel das aktive Sich-Einmischen einer Künstlerin oder eines Künstlers in eine bestehende Ausstellung. Allgemein und weit über den Einsatzort Museum hinaus gilt die künstlerische Intervention als ein bewusst gewähltes Format für Analyse und Impulsgebung in Bezug auf etwas Verfasstes. Sie ist in ihrer Methodik offenbar sogar zertifikatsfähig, denn Kursangebote im Fach »künstlerische Intervention« gehören heute zum Repertoire von Weiterbildungen. In verschiedenen Projekten sind inzwischen im Rahmen eines kuratorischen Konzepts der jeweiligen Ausstellungsmacher künstlerische Interventionen in ständige Ausstellungen integriert worden. Diese künstlerische Inter100 POSITIONEN – INTERVENTION ALS METHODE IN KULTURHISTORISCHEN AUSSTELLUNGEN
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