18 vention ist methodisch häufig als Kommentar zum Erzählten und als ein weiterführender Gedanke zum Thema angelegt, indem Inhalte und Methoden hinterfragt werden. Seit der Wende zum 21. Jahrhundert begegnet man innerhalb kulturhistorischer Ausstellungen deshalb auch vermehrt Werken zeitgenössischer Kunst. Die hinzugefügten Exponate ge- hören im Sinne eines chronologischen und inhaltlichen Zusammenhangs jedoch eigentlich nicht in die Reihe des jeweiligen Ausstellungsabschnitts. Auch das MHG hat seit 2019 verschiedene Varianten solcher Interventionen erprobt und führt diese nun weiter fort. Die Zusammen- arbeit und die gemeinsame Reflexion mit den Intervenierenden sind dabei zentrale Anliegen. Jüngste Projektewaren etwa »Reflect – historische Textilien im Prozess« (2020), in dem junge Designerinnen ihre Neu-Interpretation textiler Objekte verschiedener Epochen in einen direkten Dialog mit den Exponaten der Abteilung zu Mode und Kleidung in Hamburg brachten. In »Erinnerungsmosaik« (2021) wurde das Werk der Künstlerin Dagmar Nettelmann-Schuldt in Form von Interventionen in den chronologischen Rundgang der 1. Etage eingebracht – dabei kommentierte sie sowohl die erzählten Inhalte als auch die Methode des Erzählens, also die Arbeit des Museums in seiner Funktion als Erzählort von Geschichte und die für die Vermittlung der Erzählung gewählte Form.
RkJQdWJsaXNoZXIy MTMyNjA1