10 1994 Gemälde, Zeichnungen und Grafiken des Dresdner Künstlers Max Uhlig sind im Albertinum zu sehen. Die Werke der Retrospektive wählte der Künstler selbst aus und bestimmte auch die Hängung; den Katalog gestaltete und finanzierte er mit. Als Dresdner Maler war Max Uhlig schon vor 1989 durch Ausstellungsbeteiligungen außerhalb der DDR bekannt geworden. Max Uhlig ist seit 1990 Mitglied des Deutschen Künstlerbundes und Gründungsmitglied der Sächsischen Akademie der Künste. Von 1995 bis 2002 war er Professor für Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. ▅ »Ein Mensch – kein Besserwisser« titeln die Dresdner Neuesten Nachrichten (DNN) am 2. Januar zum Tod von Erwin Strittmatter – der sorbisch-deutsche Schriftsteller, Bäckergeselle, Schutzpolizist, Deserteur, Amtsvorsteher, Redakteur, Informeller Mitarbeiter der Staatssicherheit, 1. Sekretär des Deutschen Schriftstellerverbandes. Mit seiner Roman-Triologie »Der Laden« skizziert er das Leben auf dem Lande von den 1920iger Jahren bis in die Nachkriegszeit und thematisiert die alltäglichen Ressentiments, denen die Sorben in der Niederlausitz begegnen. ▅ Dresdens Kneipen und Lokale mausern sich zu Ausstellungsräumen. Die »Crepes-Galerie« in den Gewölben des Terrassenufers präsentiert nicht nur gekonnt die beliebten französische Eierkuchen, sondern auch kleine Skulpturen der polnisch-deutschen Künstlerin Malgorzata Chodakowska. In der »Planwirtschaft« hängen Werke von Heike Herzog. Die Galerie Sillack nützt das »Café Piccolo« am Albertplatz als erweitere Ausstellungsfläche und zeigt farbenfrohe Kreide-Landschaften von Ilona Schindler (Steinmüller). In Mickten zeigt »Dali – Die Kellerkneipe« Bilder des DDR-Revoluzzers Gerd Sommer und auf der Königstraße lädt die gleichnamige Galerie von Manfred Heirler ins »Café Refugium« ein. ▅ Eine Odysee geht zu Ende: Am 14. Januar kehrt die »Kniende« von Wilhelm Lehmbruck zurück nach Dresden. Bereits 1920 erkennt Paul Hermann, damaliger Direktor der Dresdner Kunstsammlungen, die Bedeutung der Skulptur. Bei der Witwe des Bildhauers –Wilhelm Lehmbruck hatte seinem Leben bereits 1919 ein Ende gesetzt – bestellt Paul Hermann einen Steinguss der 1911 entstandenen Figur. Der Preis beträgt 20000 Reichsmark. Doch nur bis 1937 steht die Figur imAlbertinum; die Nationalsozialisten verkaufen sie als »entartet« in die USA. Dort gelangt sie in die Chrysler Sammlung nach New York und wird schließlich über 50 Jahre später bei einer Auktion in New York für Dresden zurückgewonnen. Von dort aus kehrte sie als einzig in Europa erhaltener Steinguss nun zurück. Sie bildet heute wie damals den Höhepunkt der Skulpturensammlung der Moderne in Dresden. Ersteigert wird die Figur unter anderem von der Bertha undWilhelm von Baensch-Stiftung. Diese Stiftung geht zurück auf den Dresdner Buchdrucker und Verleger Wilhelm von Baensch, der 1899 in Dresden verstorben ist. ▅ In der Äußeren Neustadt bahnt sich ein Strukturwandel an: »... Baufahrzeuge durchbrechen die zernarbten Kulissen, beräumen die zum Teil zur Mülldeponie erniedrigten Hinterhöfe, und aus den Hausfluren weht ein
RkJQdWJsaXNoZXIy MTMyNjA1