68 1994 finden es lustig; sogar die Polizei wird einmal gerufen. Letzte Phase des Projekts »Leben in geschlossenen Räumen« ist die »Stadtchoreografie« von Johannes Bönig und Jörg Sonntag. Dabei versuchen 80 Akteure mit einer Inszenierung ganz aktiv die Wege der Passanten auf der Prager Straße zu beeinflussen. Einer der Initiatoren des provokanten Projekts ist Jörg Stüdemann vom Büro für Kulturarbeit Dresden e.V.; ab September wirkt er als Kulturdezernent der Landeshauptstadt Dresden. ▅ Mit dem Künstler Steffen Wriecz kehrt ein Dresdner in seine Heimat zurück, zumindest für eine Ausstellung im neuen Pavillon auf dem Gelände der Dresdner Frauenkirche. Mit imGepäck hat er Bilder mit Dresdner Motiven sowie 50 handsignierte und 500 drucksignierte Farblithographien der Dresdner Frauenkirche. Der Reinerlös kommt dem Wiederaufbau der Frauenkirche zugute. Steffen Wriecz ist in Wilsdruff geboren und in Dresden aufgewachsen. Er fährt bei der Handelsmarine sieben Jahre zur See und flieht 1982 in den Westen. Seiner Heimatstadt fühlt sich der Maler ambivalent verbunden. Er hat hier Familie, Freunde, mag die Architektur. Gleichwohl sieht er besorgt die Radikalisierung einzelner Gruppen. Heute lebt und arbeitet Steffen Wriecz in Paris und in der Nähe von Heidelberg. Seine Arbeiten sind vom Expressionismus inspiriert. Er malt gegenständlich und mit kräftigen Farben. ▅ In der DNN-Serie »Aus Dresdner Ateliers« interviewt Hans Kromer Christiane Just. Die Dresdnerin studiert bei Professor Günter Horlbeck an der HfBK Dresden und macht sich einen Namen als Malerin, Grafikerin und Buchkünstlerin. Christiane Just ist eng mit den Grafikwerkstätten »Riesa efau« verbunden. 2003 gründet sie gemeinsam mit ihrem Lebenspartner Andreas Hegewald die Edition BUCHENpresse. ▅ Expressionistische Arbeiten des gebürtigen Berliners und in Frankfurt amMain lebenden Malers Jörg von Kitta-Kittel zeigt die Galerie Finckenstein. ▅ Als der Grafiker, Zeichner, Maler und Illustrator Josef Hegenbarth in den Jahren 1947 und 1948 mit Leimfarben eine Folge von 17 Blatt zur »Arche Noah« in Dresden zeichnet, hat er bereits die Idee, diese als Buch erscheinen zu lassen. Das scheitert jedoch in den 50er Jahren am Desinteresse namhafter Verlage wie Piper in München und Alfred Holz in Ostberlin. Nun hat der Verleger Jens Henkel in seiner burgart-presse in Rudolstadt die farbigen Pinselzeichnungen unter dem Titel »Arche Noah« als Buch veröffentlicht – zum stolzen Preis von 165 DM. Er begeistert die Schriftstellerin und evangelische Theologieprofessorin Dorothee Sölle für sein Projekt, so dass sie Texte beisteuert. Darin spannt sie einen Bogen von biblischen Geschichten hin zu Themen unserer Zeit. Die originalgetreuen Reproduktionen Hegenbarths entstehen in der Dresdner Lichtdruckwerkstatt. Parallel dazu sind im Kupferstich-Kabinett anlässlich des 110. Geburtstags von Josef Hegenbarth
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