Leseprobe

I M G E S P R Ä C H M I T D E M K Ü N S T L E R U L F G Ö P F E R T Wie wird aus einem Restaurator und Künstler ein Politiker? 1989 war ich mit meiner Frau Anne zur 200-Jahr-Feier der Französische Revolution in Frankreich. Dazu hatte uns der französische Kulturattaché eingeladen. Als wir Anfang August zurückkamen, ging es hier mit dem Neuen Forum los. Nachdem wir immer über den Staat gemeckert haben, wollten wir die Chance nützen und etwas verändern. Ich war in Chemnitz bei der Gründung des Neuen Forum als Partei mit dabei. Mir war damals klar, wir haben nur ein politisches Gewicht, wenn wir organisiert sind und das geht nun mal nur als Partei. Als es dann darum ging, die Posten im zu wählenden Dresdner Stadtrat zu besetzten haben sich alle auf die Schlüsselämter gestürzt. Die SPD wollte Soziales, die CDU die Wirtschaft. Nur die Kultur hat keinen interessiert. Und das in Dresden! Im Neuen Forum gab es den Dr. Axel Schintlmeister, der war ein ganz Ausgeschlafener und ziemlich clever. Der hat gesagt, Ulf mach Du doch den Stadtrat für Kultur. Einen Dezernenten oder so gab es noch nicht. Ich habe daraufhin meine Familie gefragt und die haben gesagt, na klar mach das. Sie wurden dann für die CDU in den Stadtrat gewählt … Zur DDR-Zeiten war ich mal in der CDU gewesen und wieder ausgetreten. Nach der Spaltung des Neuen Forum bin ich dann wieder zur CDU gegangen, obwohl mir die SPD näherlag. Ich wollte nicht so quer durch die Parteienlandschaft gehen. »Die Kunstszene hier hatte immer ein Fundament, eine Basis«

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