Leseprobe

298 | ����������� wohl Lorenz Kaltschmidt (tätig etwa 1582–1600) Olmütz/Olomouc (Mähren, Tschechien), Ende 16. Jahrhundert Silber, getrieben, gegossen, ziseliert, punziert, vergoldet; Nautilusgehäuse, Perlmutterschicht Farbfassung: transluzides Rot, Orange-Rot und Grün mit weißen Partikeln sowie opakes Orange-Rosa, Grün mit weißen Partikeln, Weiß, Rosa und Blau auf Fuß, Nautilusmontierung, Deckel und Bekrönungsfigur H 34 cm; G 1 023 g Mz: LK bzw. KL (ligiert) im Schild Bz: Adler im Kreis (R3, Nr. 9300) Marken am Fußrand Punzierung an der Hohlkehle des Fußes: No. 57. 4. M. 6. l. 3. q. Provenienz: erstmals erwähnt im Inventar der Kunstkammer von 1640; von dort 1724 in das Grüne Gewölbe gekommen Inv.-Nr. III 202 27 Nautiluspokal mit Seeungeheuer und Fortuna Inventare S Inventar Kunstkammer 1640, fol. 119 r, 124 v III. In der dritten tresur seind allerley trinckgeschirr, auch meßer, löffel und gabeln von perlmutter schnecken, in vergüld silber gefast, verhanden. [...] 1 Berlnmutter schnecken in vergüldet silber eingefast, der deckel mit einem großen wahlfisch kopf, worauf die Fortuna uf einer kugel, jedoch ohne segel stehen thut. Wigt 4 mark, 6 loth, 2 quent. S Inventar Pretiosen 1725, fol. 189 v, 207 r – v Folgen Diejenigen See Schnecken und Muscheln, auch Geschirre von Perl Mutter, so den 20. Septembr: 1724. aus der Kunst Cammer, zum grünen Gewölbe, seind abgegeben worden, als: [...] No: 57. [mit roter Tinte rechts daneben:] 51 / Eine Schnecke in vergoldt Silber gefaßet, der Deckel als ein Wallfischkopff formiret, auf welchem die Fortuna auf einer vergoldten Kugel stehet, hinten an der Schnecke ein Frazenkopff, und fornen ein Engelskopff, unter der Schnecke ein weiß silbern Laub, der Fuß oval rund, getrieben mit SeeMonstrum, auch Seepferdtgen und Seeweibgen, auf dem Fuß ein Angriff mit drey Termes Kindgen, und drey Schnirckelgen darzwischen, oben drüber noch drey Schnirckelgen alles von vergoldtem Silber, und wieget mit der Schnecke, welche schadhafft. 4 mark, 6 loth, 3 quent. S Inventar Pretiosenzimmer 1733, S. 1079–1081 No: 51. / Eine Schnecke in vergold Silber gefaßet, der Deckel als ein Wallfisch=Kopff formiret, auf welchem die Fortuna auf einer vergolden Kugel stehet. Hinten an dieser Schnecke ist ein Frazen= Kopff, und forne ein Engels=Kopff, unter der Schnecke weißsilbern Laub, der Fuß oval rund getrieben, mit See-Monstris, auch See=Pferdgen und See=Weibgen. Auf dem Fuße ein Angriff mit drey Termes-Kindergen und drey Schnirckelgen darzwischen, oben drüber noch drey Schnirckelgen, alles in vergoldten Silber, und wiegt mit der Schnecke 4 mark, 6 loth, 3 quent. S Inventar Kaminzimmer 1818, S. 99, 117 No: 41. [mit Bleistift darunter:] 202 / Eine Schnecke in vergoldet Silber gefaßt, der Deckel als Wallfischkopf geformt, auf welchem Fortuna auf einer vergoldeten Kugel steht; hinten an der Schnecke ein Fratzenkopf, vorn ein Engelskopf; unter der Schnecke weiß silbern Laubwerk; der Fuß oval von getriebener Arbeit, mit Seethieren. Den Angriff bilden drei Kinder, als Termen, daneben sind verschieden Schnörkel, alles von vergoldetem Silber; wiegt 4 mark, 6 loth, 2 quent. [...] Sämtliche Schnecken und Perlmuttern von No: 1 bis 60. sind, auf Allerhöchsten Befehl, am 8ten. September 1724 aus der Kunstkammer zu dem grünen Gewölbe abgegeben worden. S Inventar Kaminzimmer 1879, S. 187–189 No: 202. / Eine Schnecke, in vergoldet Silber gefaßt, der Deckel als Wallfischkopf geformt, auf welchem Fortuna auf einer vergoldeten Kugel steht; hinten an der Schnecke ein Fratzenkopf, vorn ein Engelskopf; unter der Schnecke weiß silbern Laubwerk; der Fuß oval von getriebener Arbeit, mit Seethieren. Den Angriff bilden drei Kinder, als Termen, daneben sind verschiedene Schnörkel, alles von vergoldetem Silber. Sonstige Quellen S HStADD, 10026 Geheimes Kabinett, Loc. 354/3 Schatullensachen, 1697–1748 (Rechnung Köhler 1724), fol. 16 r Eine Schnecke in verguldt Silber gefast, der Deckel als ein Wallfisch Kopff formiret, auf dem Kopff stehet die Fortuna, worzu noch eine Fahne muß gemachet werden, der Fuß mit der Hülse, ist auch von verguldten Silber, vor repariren 4 Rtl. [Reichstaler] – [Groschen]. Beschreibung Der hoch aufragende Nautiluspokal besitzt einen ovalen Fuß mit einer glatt belassenen Einziehung. Auf seinem gewölbten Rand finden sich zwischen Beschlagwerk vier Kartuschen mit Meeresungeheuern, und auf seiner Oberseite ist ein Kampf zwischen weiteren maritimen Fantasiewesen dargestellt. Über einer mit Masken zwischen Rollwerkornamenten verzierten Trommel erhebt sich der Schaft mit seinem eiförmigen, abwechselnd mit drei Hermen und Zierschildern besetzten Nodus, der mit drei bocksfüßigen Volutenspangen vasenartig zur Kuppa in Form eines Nautilusgehäuses überleitet. Dieses liegt in einem auf weißsilbernen Blättern ruhenden Kielbett. III 202 Mz Fuß III 202 Bz Fuß

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