Pokale | Nautiluspokale | 301 vielleicht Stettin/Szczecin (Pommern, Polen), Ende 16. Jahrhundert Verzierung des Nautilusgehäuses: vermutlich Ostasien, 2. Hälfte 16. Jahrhundert Silber, getrieben, gegossen, ziseliert, punziert, graviert, vergoldet; Nautilusgehäuse mit Flachrelief und Blindgravur Farbfassung: Rot, Weiß und Blau am Fuß H 34 cm; G 689 g ohne Marken Punzierung am Standring: No. 58. 3. M. Punzierung im Fuß: N. 58. Provenienz: 1626 aus dem Nachlass der Herzogin Erdmuthe von Pommern; erstmals erwähnt im Inventar der Kunstkammer von 1640; von dort 1724 in das Grüne Gewölbe gekommen Inv.-Nr. III 188 28 Nautiluspokal mit bekrönender Nereide Inventare S Inventar Kunstkammer 1640, fol. 119 r, 123 v III. In der dritten tresur seind allerley trinckgeschirr, auch meßer, löffel und gabeln von perlmutter schnecken, in vergüld silber gefast, verhanden. [...] 1 In silber und gantz vergüldeter gefaßeter perlmutter schnecken, uf einem fuß wie ein würtz topf formiret stehende. Die perlmutter klein schuppicht und mit laubwergk, ufn deckel ein vergüldet meerwunder, in einer hand eine kugel, in der andern aber eines scepter haltende. Wigt 2 mark, 15 loth, 2 quent. S Inventar Pretiosen 1725, fol. 189 v, 207 v – 208 r Folgen Diejenigen See Schnecken und Muscheln, auch Geschirre von Perl Mutter, so den 20. Septembr: 1724. aus der Kunst Cammer, zum grünen Gewölbe, seind abgegeben worden, als: [...] No: 58. [mit roter Tinte daneben:] 52 / Eine Schnecke so erhaben geschnitten, und schadhafft in vergoldt Silber gefaßet, der Deckel als eine Muschel getrieben, worauf ein See Weibgen mit einen Fisch Schwanz, in der rechten Hand einen Zepter, und in der lincken einen goldtenen Apffel haltend, der Fuß rund und getrieben, oben darauf ein Angriff mit drey Schnirckelgen über sich, wieget an vergoldtem Silber mit der Schnecke 3 mark, – loth, – quent. S Inventar Pretiosenzimmer 1733, S. 1081 No: 52. / Eine Schnecke, so erhaben geschnitten, aber schadhafft, ist in vergold Silber gefaßet, der Deckel als ein Muschel getrieben, worauf ein See=Weibgen mit einem Fisch=Schwanz, in der rechten Hand einen Scepter und in der lincken einen goldnen Apffel haltend, der Fuß ist rund und getrieben, oben drauf ein Angriff mit drey Schnirckelgen über sich, wiegt mit der Schnecke, 3 mark, – loth, – quent. S Inventar Kaminzimmer 1818, S. 101, 117 No: 42. [mit Bleistift darunter:] 188 / Eine Schnecke, erhaben geschnitten, in vergoldet Silber gefaßt, der Deckel als eine Muschel getrieben, auf demselben ein See=Weibchen mit einem Scepter in der rechten, und einem [mit Bleistift eingeklammert von »Scepter« bis »einem«] goldenen Apfel in der linken Hand; der Fuß rund getrieben, auf demselben ein Angriff mit drei Schnörkeln. |: Die Schnecke ist schadhaft :| wiegt 2 mark, 15 loth, 3 quent [...] Sämtliche Schnecken und Perlmuttern von No: 1 bis 60. sind, auf Allerhöchsten Befehl, am 8ten. September 1724 aus der Kunstkammer zu dem grünen Gewölbe abgegeben worden. S Inventar Kaminzimmer 1879, S. 175 No: 188. / Eine Muschel erhaben geschnitten, in vergoldet Silber gefaßt, der Deckel als eine Muschel getrieben, auf demselben ein Seeweibchen mit einem goldenen Apfel in der linken Hand; der Fuß rund getrieben, auf demselben ein Angriff mit drei Schnörkeln. Die Schnecke ist schadhaft. Sonstige Quellen S HStADD, 10024 Geheimer Rat, Loc. 10000/4 Reise der fürstlich pommerschen Witwe [Sophia, Witwe Herzog Franz’ von PommernStettin] von Dresden nach Pommern, 1626 (Nachlass Erdmuthe von Pommern, 1626, unfol.) No: 68. / Ein Perlmutter Schnecken in Silber eingefast, darauf ein Meerwunder 2 mark, 15 loth, 2 quent. S HStADD, 10026 Geheimes Kabinett, Loc. 354/3 Schatullensachen, 1697–1748 (Rechnung Köhler 1724), fol. 16 r Eine Schnecke so erhaben geschnitten und in verguldt Silber gefast, Auf dem Deckel ein SeeWeibel, der Fuß und Hülse von verguldten Silber, ist vor repariren, auffärben und mit bunden Farben einzulaßen 4 Rtl. [Reichstaler] – [Groschen]. Beschreibung Der runde Fuß des Pokals ist mit Puttenköpfen und bärtigen Masken zwischen Beschlagwerk ziseliert und besitzt eine mit graviertem Schweifwerk dekorierte, glattwandige Einziehung. Über der darauf liegenden zylindrischen Trommel, die ebenfalls Puttenköpfe aufweist, erhebt sich ein vasenförmiger Nodus mit drei schlichten Schweifwerkvoluten. Darüber folgt eine mit gravierten Schweifwerkornamenten verzierte Schale mit geschweiftem Rand als Kielbett des Nautilus
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