Leseprobe

366 | ����������� Tobias Wolff (Meister 1604, gestorben 1623) Nürnberg, 1604–1609 Silber, getrieben, gegossen, ziseliert, punziert, graviert, vergoldet, geätzt; Turbanschneckengehäuse, Perlmutterschicht Farbfassung: Rot und Grün an den Fruchtbündeln am Fuß, Rot am Köcher, Grün am gezackten Rand unter dem Lippenrand sowie Gelb und Grün an den Spangen H 25 cm; G 831 g Mz: T über W im Oval (NGK 2007, Nr. 989) Bz: N im Kreis (NGK 2007, Nr. 12 für 1603– 1609) Marken am Fußrand (nur Mz) und am Lippenrand (Mz und Bz) Punzierung an der Hohlkehle am Fuß: No 54. 4 M. 4. l. 1 ½ q Punzierung auf vergoldeter Platte im Fuß: N. 54 Provenienz: erstmals erwähnt im Inventar der Kunstkammer von 1640; von dort 1724 in das Grüne Gewölbe gekommen Inv.-Nr. III 208 49 Turbanschnecken- pokal mit kniender Schaftfigur Inventare S Inventar Kunstkammer 1640, fol. 119 r, 121 r III. In der dritten tresur seind allerley trinckgeschirr, auch meßer, löffel und gabeln von perlmutter schnecken, in vergüld silber gefast, verhanden. [...] 1 Perlnmutterschnecken in silber und vergüldet eingefast, wird von einem vergüldeten mohren getragen. Ufn deckel mit einem kindlein, so bogen und pfeilen in der hand, auch einen köcher auf den rücken führet. Wigt 4 mark, 5 loth. S Inventar Pretiosen 1725, fol. 189 v, 206 r – 206 v Folgen Diejenigen See Schnecken und Muscheln, auch Geschirre von Perl Mutter, so den 20. Septembr: 1724. aus der Kunst Cammer, zum Grünen Gewölbe, seind abgegeben worden als: [...] No: 54. [mit roter Tinte rechts daneben:] 48 / Eine Schnecke als ein Pocalgen, in vergoldt Silber gefaßt, der Deckel rund mit getriebenen Waßer und Fischen, oben auf drey Schnirckel, auf welchen ein vergoldter Cupido mit gespannten Bogen und Pfeil, stehet auf einen Kugelgen, der Fuß ist auch rund, in der Tieffe drey Schnirckel und drey weiße [mit roter Tinte darüber:] bunte Rößgen darzwischen, auf dem Postement ist ein kniender Africaner mit Pfeil und Bogen, neben ihme eine Schlange, ein Schildt Kröte, zwey Schnecken, alles von vergoldten Silber, und wieget mit der Schnecke 4 mark, 4 loth, 1 quent. S Inventar Pretiosenzimmer 1733, S. 1075–1077 No: 48. / Eine Schnecke als ein Pokalgen in vergold Silber gefaßet, der Deckel rund mit getriebenem Wasser und Fischgen, oben auf drey Schnirckel, auf welchen ein vergoldter Cupido mit gespanntem Bogen und Pfeil, stehet auf einem Kügelgen, der Fuß ist auch rund, in der Tieffe drei Schnirckel und drei bundte Röschen darzwischen, auf dem Postement ist ein kniender Africaner mit Pfeil und Bogen, neben ihm eine Schlange, eine Schildkröthe und zwey Schnecken, alles von vergoldten Silber, wiegt mit der Schnecke 4 mark, 4 loth, 1 quent. S Inventar Kaminzimmer 1818, S. 99, 117 No: 40. [mit Bleistift darunter:] 208 / Eine Schnecke als Pocal, in vergoldet Silber gefaßt; der Fuß rund; in der Tiefe drei Schnörkel und drei Rosen; auf dem Postamente ein kniender Afrikaner mit Pfeil und Bogen, neben ihm eine Schlange, eine Schildkröte und zwei Schnecken, alles von vergoldeten Silber, |: Der Deckel fehlt :| wiegt 3 mark, 9 loth, – quent. [mit roter Tinte, mit Bleistift durchgestrichen:] Der Pfeil fehlt. N. [...] Sämtliche Schnecken und Perlmuttern von No: 1 bis 60. sind, auf Allerhöchsten Befehl, am 8ten. September 1724 aus der Kunstkammer zu dem grünen Gewölbe abgegeben worden. S Inventar Kaminzimmer 1879, S. 195 No: 208. / Eine Schnecke als ein Pocal, in vergoldet Silber gefaßt; der Fuß rund; in der Tiefe drei Schnörkel und drei Rosen; auf dem Postamente ein kniender Mohr mit Pfeil und Bogen, neben ihm eine Schlange, eine Schildkröte und zwei Schnecken, alles von vergoldeten Silber. Der Deckel fehlt. Sonstige Quellen S HStADD, 10026 Geheimes Kabinett, Loc. 354/3 Schatullensachen, 1697–1748 (Rechnung Köhler 1724), fol. 16 r Eine Schnecke als ein Poccal, das Mundstück hoch in verguldt Silber gefast, auf dem Deckel ein verguldter Cupido mit gespannten Bogen und Pfeil, das Postement, worauff ein Africaner kniet, ebenfals von verguldten Silber, ist vor repariren und auffärben, auch alles mit EinlaßFarben geziehret 4 Rtl. [Reichstaler] – [Groschen]. Beschreibung Das Trinkgefäß weist eine für Turbanschneckenpokale typische Gestaltung auf. Es ruht auf einem runden Fuß, der geschmückt wird von einem Band aus Fruchtbündeln und Ovalmedaillons, die jeweils von Beschlagwerk mit breitem liegendem C-Schwung flankiert werden. Daran schließt eine breite Hohlkehle mit silbervergoldeten C-Spangen an, die mit in Weiß und Rot bemalten Blüten alternieren. Die Standfläche der Schaftfigur ist bombiert und wird von kleinen Muschel- und Schneckengehäusen sowie einer Schlange bevölkert; hinzu kommt noch eine Schildkröte. Die Schaftfigur, die bis auf eine Federkrone nackt wiedergegeben ist, wirkt etwas teigig. III 208 Bz Lippe III 208 Mz Fuß

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