Beschreibung Der voluminöse Pokal erhebt sich auf einem achteckigen, profilierten Fuß mit einem umlaufenden, detailreich ornamentierten Eierstabband auf der Zarge. Es besteht aus winzigen, mit Rosetten gefüllten Ovalmedaillons im Wechsel mit einem dreiteiligen Blattornament vor kleinen, hochrechteckigen Feldern. Die stark gewölbte Oberseite des Fußes ist wie auch der daraus hervorgehende Schaft als bewachsene Felsformation gestaltet, die mit vielen ziselierten Details aufwartet: Man erkennt Frösche, eine Heuschrecke, eine Schnecke, eine Eidechse, eine Schlange, einen Hasen, eine Schildkröte, ein Eichhörnchen sowie einen auf einem Ast sitzenden Vogel. Die Größenverhältnisse sind dabei nicht stimmig wiedergegeben. Diese Tiere werden ergänzt von einigen eingravierten kleinen Insekten. Der Schaft ist auf halber Höhe von einem Lorbeerkranz umwunden und erweitert sich oben zur Kuppa hin. Diese zeigt sich als achteckiges, mit einem Treppenturm versehenes Bauwerk, das sich über dem Felsen erhebt. Aufwendig ausgeführt ist das plastisch vorgeblendete Renaissanceportal (Abb. S. 488). Es wird von Säulen, Architrav und Volutengiebel gerahmt und ist mit punziertem Schweifwerk verziert. Die Fenster des dreistöckigen Schlösschens sind im Erdgeschoss vergittert, in beiden Stockwerken darüber viergeteilt und mit Butzenscheiben versehen. Aus manchen geöffneten Fensterflügeln blicken Personen heraus. Die als Welsche Haube gedeckten Dächer von Schloss und Treppenturm haben eine weit hochgezogene Spitze. Das des Schlosses wird von einer Kugel mit einer Fahne bekrönt, der obere Abschluss des Treppenturms scheint abgebrochen und verloren gegangen zu sein. Der Dachfläche sind drei zierliche Volutengiebel sowie drei Schornsteine vorgeblendet. Dazwischen befinden sich Erker mit rechteckigen Fenstern, die wie schon in den Stockwerken darunter mit Butzenscheiben ausgekleidet sind. Auf dem Architrav des Portals stehen die Initialen Kurfürst Christians II.: »V. G. G. C. D. A. H. V. C. Z. S. V. B. Z. M. ETC.« (Von Gottes Gnaden Christian der Andere Herzog und Churfürst zu Sachsen und Burggraf zu Magdeburg etc.). Darüber zeigt der Volutengiebel die ebenfalls fein punzierte Darstellung eines Engels mit den beiden Wappenschilden für das Kurfürstentum (gekreuzte | 493
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