Leseprobe

690 | ����������� S HStADD, 10707 Sächsisches Hauptstaatsarchiv, Nr. 331 (Spezifikation des Merseburger Silberbuffets 1733), fol. 44 r Specificatio A. Derer zum Fürstl. Buffet gehörige und im so genandten grünen Gewölbe verwahrlich befindliche Gold= und Silber=Stücken. Extrahiret aus des Silberdieners Invenario den 19. Septbr: 1733. / An Golde, / No: 1. / Ein goldener Haußbecher mit dergl. Deckel und C. H. Sig. wäget 5 mark, 14 loth, – quent. [IV 77] S HStADD, 10001 Ältere Urkunden, Nr. 14836/1 (Übernahmeverzeichnis Fürstennachlass Sachsen-Weißenfels 1746), fol. 9 r e) Ein ganz goldner becher mit einem deckel. Der haus-becher. 5 mark, 1 loth, ½ quent oder 351 ½ crone. Münzen. [IV 78] Beschreibung Alle vier Deckelbecher bestehen aus massivem Dukatengold und sind in ihrer Machart identisch bis auf die jeweils am oberen Rand und am Deckel eingravierten ligierten Monogramme der vier Söhne Johann Georgs I. (»HIG« für Johann Georg [II.], »HA« für Herzog August, »HC« für Herzog Christian und »HM« für Herzog Moritz). Ihr leicht konischer Gefäßkörper ruht jeweils auf drei Kugelfüßen und wird von einem gewölbten Deckel mit abgesetzter, mittig angebrachter Medaille abgeschlossen (Abb. 2). Alle Außenseiten sind dicht mit Medaillen und deren Abschlägen verziert. Den einzigen, sehr zurückhaltenden Dekor bildet die Mattpunzierung der dazwischenliegenden Oberflächen. Die Ränder und Profile sind glatt belassen. Das kompakte Erscheinungsbild mit der feinteiligen Oberflächenstruktur verleiht den Objekten eine würdevolle und gleichzeitig auch etwas gedrungene optische Wirkung. Da sich auf den Gefäßen keine Werkspuren des Goldschmieds finden, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, ob diese getrieben oder gegossen sind. Gleichwohl ist von einer Treibarbeit auszugehen, ist das Gussverfahren doch mit einem ungleich höheren Aufwand verbunden. Die einzelnen Münzen wurden dann jeweils in dafür vorgesehene ausgesägte Öffnungen eingepasst. Zuschreibung und Datierung Die vier ungemarkten Münzbecher lassen sich aufgrund einer Rechnung vom 24. Dezember 1635 eindeutig dem Hofgoldschmied Abraham Schwedler d. J. zuweisen und entsprechend datieren. Abgesehen von diesem Ensemble kann man

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