Leseprobe

808 | ������������������������������������������������ Zierleiste. Nach innen markiert ein stilisierter Eierstab den Übergang zur Perlmutterarbeit. Auch der Schalenspiegel wird durch einen feinteiligen, zart verzierten Reifen mit Eierstab und Blumenranken gegliedert. Die Mitte des Beckens betont ein aufgelegter dreipassförmiger Reif, der auch als Kannenrast dient. Wirkungsvoll akzentuiert wird das Zentrum der Fläche durch ein dreigliedrig gewölbtes Reliefmedaillon mit üppig gestalteten Früchten, in die Schnittstellen der Wölbungen sind drei Eidechsen als Naturabgüsse montiert. Die flache Rückseite des Perlmutterbeckens wurde glatt belassen und lediglich die Wandung mit schlichten, etwas schematischen Gravierungen verziert. Fruchtbündel mit Schoten zwischen Girlanden alternieren hier mit originell gestalteten Blumen. Die Fahne ist nicht mit Silberblech hinterlegt, sodass auf der Rückseite die Ziselierungen und die jeweils dreifachen Verschraubungen der aufgelegten Figuren gut sichtbar sind. Letztere sind gegossen, wobei weit hervorstehende Einzelteile teilweise separat gearbeitet und dann angelötet wurden. Das Becken steht auf drei Kugelfüßen. Die Kanne in Form eines Drachens gehört zu den originellsten Schöpfungen ihrer Art und Zeit. Der Körper des Tiers besteht aus drei Turbanschneckengehäusen und wird zusätzlich durch fantasievolle Kreaturen belebt. So sitzt auf seinem Rücken eine gehörnte Maske, die ihr Maul weit aufsperrt, während ein drachengestaltiges Untier den Henkel des Gießgefäßes bildet. Sein breit geöffnetes Maul scheint sich in eine Turbanschnecke zu verbeißen. Auf dem Rücken des Drachens sitzt eine gehörnte Maske, die ebenfalls ihr Maul weit aufsperrt. Der imposant gebogene, abnehmbare Kannenhals mit dem Drachenkopf als Abschluss fungiert theoretisch als Ausguss und zum Befüllen des Gießgefäßes. Der dreipassförmige Fuß, der eine starke Wölbung mit ziselierten Blattranken und Früchten zwischen geflügelten Engeslköpfen besitzt, ist in Analogie zum Becken auf seiner Oberfläche mit drei ovalen Perlmutterstücken im Cabochonschliff besetzt. Drei kleine Frösche als Naturabgüsse akzentuieren die Übergänge zwischen den einzelnen Kompartimenten des Dreipasses. Der Schaft ist wie eine vasenförmige Skulptur gestaltet. Weibliche Hermen mit einem Unterleib aus einer Muschel und einem Perlstab alternieren mit C-förmigen Spangen, die in tierähnliche Masken mit stilisierten Tatzen enden.

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