Leseprobe

Kannen, Krüge und Kredenzen | 863 wohl Portugal oder Goa, um 1550–1579 Silber, getrieben, gegossen, geschnitten, ziseliert, graviert, punziert; Hälfte einer Seychellennuss, lackiert H 32,5 cm; G 1 997 g ohne Marken eingeschlagene Nummer am Fußrand: 545 Provenienz: wohl Ankauf von Hieronymus Kramer im Auftrag von Kurfürst August in Lissabon 1579; erstmals erwähnt im Inventar der Rentkammer von 1610 und im Entnahmeverzeichnis Rentkammer 1611; 1640 im Inventar der Kunstkammer; 1832 an die Rüstkammer abgegeben; 1890 von dort in das Grüne Gewölbe gekommen Inv.-Nr. IV 314 186 Kanne aus einer Seychellennuss S Inventar Zugänge 1890–1903, S. 1 f., 22 Aus dem Königlichen Historischen Museum in das Königliche Grüne Gewölbe, bez. Münzkabinet wurden übergeführt: aus dem Eingangszimmer nach dem Inventar von 1838: [...] No: 28. [mit roter Tinte darunter:] IV 314 / Eine große maledivische Nuß, in weißes Silber gefaßt, der Deckel mit einer Muschel darauf ein glatter Knopf. Der Fuß von Silber, an der Seite desselben die Zahl 545 eingeschlagen. Wiegt: 8 mark, 12 loth. / Diese Art Nüsse wachsen in den maledivischen Inseln, am Strande unter dem Wasser, wie bei uns die Stachelnüsse. Wenn sie reif sind, werden solche von den Wellen losgerissen und von den Einwohnern daselbst aufgefischt und gegessen. Von Geschmack sollen sie den Mandeln gleichen. [...] Die vorstehend verzeichneten Gegenstände wurden im Dezember 1890 in das Kgl. Grüne Gewölbe überführt. Dr. Julius Erbstein. Sonstige Quellen S HStADD, 10024 Geheimer Rat, Loc. 7411/14 Pfeffer- und Gewürzhandel über Portugal mit Ostindien, Verhandlungen mit dem Handelsherrn Konrad Roth in Nürnberg, 1579, fol. 69 r Verzeichnus. Was Ihronimus Kramer, wegen meines Gnedigsten Herrn, des Churfürsten zu Sachsen, vnnd Burggraven zu Magdeburgk – von den Indianischen sachen behalten hat: ain Cocha de Maldifa. Inn Silber eingefaßt, so für güfft Gehen Zorn, und Melancolia [...] Obsteendes zusamen geraith, belauffen Duch [Ducaten] 350 Jeden a für 86. lb° [Pfund] Müntz den fl. a für 60. fl. [Gulden] 501 kl.1 40. –. S Entnahmeverzeichnis Rentkammer 1611, fol. 77 r Eine indianische Nuß mit silber beschlagen, wigt 8 mark, 12 loth. Inventare S Inventar Rentkammer 1610, fol. 9 r Eine Indianische Nuß mit Silber beschlagen, wigt 8 mark 12 loth. S Inventar Kunstkammer 1640, fol. 133 r, 135 v IV. In der vierten tresur stehen straußen eyer und indianische nußschalen, als trinckgeschirr in silber gefast [...] Ferner. / 1 Große indianische ablenglichte nuß in weis silber eingefast, der deckel mit einer muschel, darauf ein glatter knopf, einen silbernen fuß an deßelben seite, die zahl 545 gesenckt. Wigt 8 mark, 12 loth. S Inventar Kunstkammer 1741, fol. 43 v, 46 v – 47 r Cap. V. Trink-geschirre von rhinoceros-horn, auch cocos-nüße und dergleichen [...] No: 12. / Eine große maldivische nuß, in weiß silber gefaßt, der deckel mit einer muschel. Darauf ein glatter knopf, ingleichen ein silberner fuß, an den seiten deßelben die zahl 545. eingeschlagen. Wiegt 8 mark, 12 loth. [Bemerkung mit schwarzer Tinte:] Ist repariret und stehet im ersten schranck. Nota bene. Dieße arth nüße wachßen in den maldivischen inseln am strande unter waßer wie bey unß die stachelnüße. Wenn nun solche reif sind, werden sie von den wellen loß gerißen und von den einwohnern daselbst aufgefischet und gegeßen. Sollen wie mandeln schmecken. [mit roter Tinte:] am 11. July 1832 zur rüstkammer abgegeben. S Inventar Eingangszimmer Historisches Museum 1838, fol. 25 r An allerhand Trinkgeschirren, Näpfen: / No: 28. / Eine große maldivische Nuß, in weißes Silber gefaßt, der Deckel mit einer Muschel darauf ein glatter Knopf. Der Fuß von Silber, an der Seite deßelben die Zahl 545. eingeschlagen. Wiegt 8 mark, 12 loth. S Inventar Silberzimmer 1879, S. 307 No: 314. [als Zugang 1890] / Eine große maledivische Nuß, in silberner und gravierter Faßung auf Fuß. Oben auf der Längsseite eine ovale Öffnung mit muschelförmig getriebenen, silbernem Deckel. Das Mundstück an der einen Seite mit einer getriebenen und gepunzten Löwenmaske geziert. Angeblich 16. Jahrhundert. 32,5 × 41 cm. Wiegt 8 mark, 12 loth.

RkJQdWJsaXNoZXIy MTMyNjA1