Leseprobe

Kannen, Krüge und Kredenzen | 867 wohl Dresden, um 1550–1560 Fayence: wohl Antwerpen, um 1550 Silber, getrieben, gegossen, ziseliert, graviert, vergoldet; Irdenware, rot gesprenkelte Blei-Zinn-Glasur H 26,3 cm; G 1 557 g ohne Marken eingeschlagene Buchstaben (Besitzerstempel?) unter dem Fuß: • E • C • Provenienz: erstmals erwähnt im Pretioseninventar von 1725 Inv.-Nr. IV 279 187 Deckelkrug mit roter Malling-ware-Fayence S Inventar Pretiosenzimmer 1733, S. 837, 841 An Geschirren von Lapis Lazuli und Composition [...] No: 11. / Ein Krug mit einem dicken Bauch, und einem etwas engen Halß von Töpffer=Massa, mit einer Purpur und weißen Glasur, solcher ist mit vergoldten Silber reich beschlagen, auf dem Deckel ein Männgen, so in der rechten Hand ein Herz in die Höhe und in der lincken ein glatt Schild hält, der Angriff am Deckel mit einem Kopff von zwey doppelten Gesichtern und zweyen Hörnern, auf dem Mund sechs in einander geschlungene A. alles sehr antique Arbeit. S Inventar Silbervergoldetes Zimmer 1817, S. 120 No: 82. [mit Bleistift darunter:] 279 / Ein bauchichter Krug von Töpfer=Masse mit einer purpurnen und weißen Glasur – von welcher etwas abgesprungen. Der Deckel ist von vergoldetem Silber, oben auf demselben ein kleiner, silbervergoldeter Amor, ein Herz in der rechten, und einen glatten Schild in der linken Hand haltend; hinten am Henkel ist ein gehörnter Kopf mit doppeltem Gesichte. Das Mundstück ist in vergoldet Silber gefaßt, mit Genien als Schildhaltern und den verschlungenen Chiffern [sic] AA. Der Henkel und der Hals sind in vergoldet Silber gefaßt, getriebne Arbeit; am Körper des Krugs sind fünf dergleichen Schienen. Der Fuß ist ebenfalls in vergoldet Silber gefaßt; wiegt überhaupt 6 mark, 11 loth, – quent. S Inventar Silberzimmer 1879, S. 263–265 No: 279. / Ein bauchiger Krug von Töpfer=Masse mit einer purpurnen und weißen Glasur – von welcher etwas abgesprungen. Der Deckel ist von vergoldetem Silber, oben auf demselben ein kleiner, silbervergoldeter Amor, ein Herz in der rechten und einen glatten Schild in der linken Hand haltend; hinten am Henkel ist ein gehörnter Kopf mit doppeltem Gesichte. Das Mundstück ist in vergoldet Silber gefaßt, mit Genien als Schildhaltern und den verschlungenen Chiffern [sic] A.A. Der Henkel und der Hals sind in vergoldet Silber gefaßt, getriebene Arbeit; am Körper des Krugs sind fünf dergleichen Schienen, der Fuß ist ebenfalls in vergoldet Silber gefaßt. Beschreibung Die silbervergoldete, komplett in Gusstechnik hergestellte Montierung schmiegt sich passgenau an den bauchigen Fayencekrug an und zeichnet sich durch die Vielfalt der verwendeten Ornamente aus. Die schmale Wölbung des Fußes wird von einem bogenförmig angeordneten Akanthusornament bedeckt, über dem sich als Zarge ein Stabfries sowie ein breites, grob gezacktes Band anschließen, welches das Gefäß einfasst. Diese Gestaltungselemente werden von den fünf Spangen aufgenommen. Sie sind mittels Scharnieren am Fuß montiert und verbinden diesen mit einem auf der Kannenschulter liegenden gestuften Reif. Dieser ist mit einem Akanthusornament analog zur Fußwölbung dekoriert und mit fünf geflügelten Puttenköpfchen besetzt, welche die Scharnierverbindungen der Spangen teilweise verbergen. Der auf dem schmalen Hals des Fayencekrugs aufmontierte breite Lippenrand zeigt einen aus insgesamt vier Gussteilen zusammengesetzten Fries, der im Rapport zwei Putten mit einem leeren Schild zwischen dem ineinander gestellten, gespiegelten Monogramm »AA« aufweist. Eine silbervergoldete Fassung umschließt auch den kräftigen Henkel der Fayencekanne. Ihre Oberfläche ist mit geflügelten Engelsköpfen zwischen Blattranken vor einem senkrecht schraffierten Grund verziert. Eine gehörnte Maske akzentuiert den unteren Henkelansatz und bekrönt – ausgebildet als Januskopf – das Deckelscharnier, das seitlich jeweils rosettenförmig gestaltet ist. Der gewölbte Goldschmiededeckel zeigt einen reliefierten Ornamentfries, bestehend aus Rollwerkkartuschen mit Masken, die sich mit halbkugeligen Schmuckelementen abwechseln, während die Zwischenräume mit kranichartigen Vögeln auf Girlanden gefüllt sind. Als Krönungsfigur und zugleich Deckelangriff dient ein stehender Putto, der in der linken Hand einen Schild und mit der Rechten ein Herz in die Höhe hält. Er steht auf einer hügeligen Erhebung und ist lediglich mit einem Helm sowie vorn offenen Stiefeln bekleidet. Um die Hüfte gebunden trägt er einen Köcher mit Pfeilen. Diese Attribute charakterisieren ihn als Liebesgott Amor. Dem Deckelkrug, der sicher als Schenkkanne gedacht war, fehlt der für diese Gattung typische Ausguss. IV 279 Besitzerstempel (?) Fuß Inventare S Inventar Pretiosen 1725, fol. 179 v, 180 v – 181 r An unterschiedenen Geschirren von Lapislazoli [...] No: 11. / Ein Krug mit einem dicken Bauch, und einen etwas engen Halß von Töpffer Massa, mit einer purpur und weißen Classur solche ist mit vergoldten Silber reich beschlagen, auf dem Deckel ein Männgen, so in der rechten Hand ein Herz in die Höhe, und in der lincken ein glatt Schild hält, der Angriff am Deckel mit einem Kopff von zwey doppelten Gesichtern, und zweyen Hörnern, auf dem Mund sechs in ein ander geschlungen A. alles sehr antique Arbeit.

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