Reliefs | 993 vielleicht Daniel Kellerthaler (Meister wohl 1608, gestorben wohl 1648) Dresden, 1604 (?) Silber, getrieben, ziseliert, punziert; Rahmen: Obstbaumholz (wohl Birne), schwarz gebeizt H 29,4 cm, B 24,7 cm, T 2 cm (mit Rahmen), H 14 cm, B 10,5 cm (ovales Relief ohne Rahmen); G 301 g (mit Rahmen) ohne Marken Provenienz: erstmals erwähnt im Inventar der Kunstkammer von 1640; 1832 in das Grüne Gewölbe gekommen Inv.-Nr. I 31 229 Die Heilige Familie Inventare S Inventar Kunstkammer 1640, fol. 363 v Ein silbern blech, daraus mutter Maria mit dem kindlein Jesu und Joseph sambt etzlichen engelein in wolgken sizend getrieben. In schwartz gebeizten rahmen, so auch mit silber gezieret, eingefast. S Inventar Kunstkammer 1741, fol. 8 v, 10 v – 11 r Cap. I. In silber getriebene und gestochene figuren und andere von silber verfertigte sachen, ingleichen mit gold und silber eingelegten figuren und schriften. [...] No: 13. / Ein silbern blech, darauf Maria mit dem kindlein Jesu und Joseph samt engeln in wolcken sizende. In schwartz gepeitzten, mit silber gezierten rähmen. [Bemerkung mit roter Tinte:] Am 6. july 1832 zum grünen gewölbe abgegeben; [mit schwarzer Tinte:] Ist eodem mense et anno [scil. augusti 1741] gleichfals verneuert worden. Hängt am pfeiler. Hängt bey no. 12. S Inventar Silbervergoldetes Zimmer 1817, S. 84 d (Nachtrag) No: 126. [mit Bleistift darunter:] 111 / Ein silbern Blech darauf Maria mit dem Kindlein Jesu und Joseph, samt Engeln in Wolken sitzend; in schwarz gepeitzten, mit Silber gezierten Rähmen. S Inventar Silberzimmer 1879, S. 105–107 No: 121.1 [mit Bleistift darunter:] 111 / Ein ovales Relief, in Silber getrieben, darstellend Maria mit dem Kinde und Joseph, auf Wolken und von Engeln umgeben. Der schwarze Holzrahmen hat silberne Ornamente [ausgetragen mit Verweis auf Inventar Kaminzimmer] S Inventar Kaminzimmer 1915, fol. 36 v – 37 v No: 31. / Maria mit dem Kind und Joseph. Ovale silbergetriebene Platte in schwarzem Rahmen hinter Glas. Auf der unteren Hälfte Wolken aus denen die Cherubinsköpfchen herausschauen. Aus diesen ragen in Halbfiguren von vorn gesehen Maria und Joseph hervor, und in ganzer Figur, das von Maria gehaltene Christkind. Mit Rahmen 24 × 22 cm, ohne Rahmen 13 × 10 cm. Über der rechten Hüfte des Kindes ein Sprung. Der rechte Flügel vom Engel links unten abgesprungen. Beschreibung und Ikonografie Das ovale Silberrelief mit der Heiligen Familie ist in einen profilierten, schwarz gebeizten rechteckigen Holzrahmen eingesetzt, an den seitlich sowie oben und unten volutenförmige Zierelemente mit silbernen Beschlägen angesetzt sind. Die Treibarbeit zeigt Maria mit dem Jesusknaben, der auf ihrer linken Hand zu stehen scheint und sich an ihren rechten Arm anlehnt. Sie trägt einen Schleier und ihr Gesicht ist fast im Profil zu sehen, denn sie blickt zu ihrer linken Schulter herab. Seitlich hinter ihr erscheint Josef, auch er mit gesenktem Blick. Er wird als hagerer, bärtiger Mann mit weitem Umhang und einer Kopfbedeckung dargestellt. Seine rechte Hand hat er vor die Brust gelegt, während er mit der Linken eine ausholende Geste ausführt. Strahlenkränze umgeben die Köpfe Marias und des Kindes, während Josef einen Heiligenschein trägt. Im Vordergrund des Reliefs – und dabei fast dessen gesamte untere Hälfte einnehmend – erscheinen dicke Wolken, zwischen denen sich drei Putten tummeln. Als durchbrochene Reliefs gearbeitet, finden sich weitere Engel auf dem Rahmen: Geflügelte Engelsköpfchen zieren als Paar die untere Zierleiste und einzeln die beiden oberen Zwickel, während auf dem Rahmenaufsatz zwischen Wolkenbögen zwei ganzfigurige Putten aufeinander zufliegen und sich umarmen. Auf zwei seitlich angesetzten volutenförmigen Konsolen sitzen zwei weibliche Personifikationen: links eine Gestalt mit zwei Kindern als Caritas (Liebe) und rechts eine Figur mit einem abgebrochenen Stab, vermutlich ein Kreuz, in ihrer Rechten, die wahrscheinlich als Fides (Glaube) zu deuten ist. Silberbeschläge in Form langgezogener Voluten mit Fruchtgebinden akzentuieren die Kanten, zwei Fruchtgirlanden die unteren Zwickel des rechteckigen Rahmens, dessen obere und untere Erweiterungen mit einigen teils vergoldeten Silberrosetten geschmückt sind.
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