Katalog
186 Die Radikalisierung der Polizei im Krieg 217 Karteikarte der ukrainischen Zwangsarbeiterin Ilwdokia Nyschnyk Braunau, 3. Juni 1942 / Karton, 20,8×14,8 cm / Berlin, Deutsches Historisches Museum, Do2 88/488.2 Arbeitsämter, Krankenkassen, Gesundheitsämter und weitere deutsche Behörden erfassten die Zwangsarbei- ter. Die von den Behörden ausgestellten Ausweise und Karteikarten enthielten Angaben zur Person wie Her- kunft, rassistische Klassifikation gemäß der national- sozialistischen Ideologie, aber auch berufliche Qualifi- kationen und Arbeitsstellen. Mit diesen Informationen konnte die Polizei flüchtige Zwangsarbeiter zur Fahn- dung ausschreiben. 218 n Zwangsarbeiterin aus der Sowjetunion in Wernigerode Ursula Litzmann (geb. 1916) / Wernigerode, 1943 / Fotoreproduktion / Berlin, Deutsches Historisches Museum, BA Litzmann 302/36 Die Rautalwerke in Wernigerode, einer Kleinstadt im Harz, beschäftigten seit 1942 mehrere hundert Zwangs- arbeiter. Darunter waren viele Frauen aus der Sowjet- union. Sie mussten in der Leichtmetallgießerei Zuliefer- teile für die Rüstungsindustrie herstellen. 219 Tätigkeitsbuch der Polizeiwache Bockum-Hövel Bockum-Hövel, 15. August 1943 bis 17. April 1948 / Leinen, Papier, 30×23×6 cm / Hamm, Polizeihistori- sche Sammlung Paul beim Polizeipräsidium Hamm Das Tätigkeitsbuch dokumentiert die Arbeit der Schutz- polizei in der westfälischen Gemeinde Bockum-Hövel. Ab 1942 verzeichneten zahlreiche Einträge Kontrollen und Festnahmen von Zwangsarbeitern. So nahm eine Polizeistreife am 3. September 1943 zwei sowjetische Zwangsarbeiter fest, die in der Zeche Radbod beschäf- tigt waren, weil sie das vorgeschrieben Ostarbeiter abzeichen nicht trugen. Die Polizei brachte solche Ver- stöße gegen die Kennzeichnungspflicht regelmäßig zur Anzeige. Den Betroffenen drohten Strafen bis zur Ein- weisung in Lager der Gestapo. 220 Ukrainische Zwangsarbeiterinnen bei Aufräumarbeiten nach einem Luftangriff Karl Paetow (1903 – 1992) / Kassel, 1943 – 1944 / Fotoreproduktion / Kassel, Stadtmuseum, 4/39/20 Um die Schäden nach den alliierten Luftangriffen zu beseitigen, wurden in vielen deutschen Städten Zwangs- arbeiter eingesetzt. Zu den körperlich schweren und vielfach auch lebensgefährlichen Arbeiten unter Polizei bewachung wurden auch Frauen herangezogen. 218
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