Katalog

Das 18. Jahrhundert  71 Auf der Basis freiwilliger Beiträge beschloss die Stadt die Bildung einer Gebäudebrandkasse. Ab 1787 bestand bei der Immobiliar- und Mobiliarbrandkasse ein Versicherungszwang. 1730 Im Januar musste die Stadt für die Leibgarde Kur- fürst Friedrich Augusts I. (des Starken) 15 Rekru- ten mit einer Körpergröße von mindestens 1,80 m stellen, wobei auch Verheiratete zwangsweise verpflichtet wurden. n Ab 8. Mai nahm das Böhnen’sche Infanterie-Regiment am Mühlberger Lust- und Paradelager (Manöver) teil und kehrte am 16. Juli 1730 nach Zwickau zurück. Obrist Baron von Haxthausen wurde jetzt Kommandeur des Regiments. n Vom 25. bis zum 27. Juni feierte die Stadt anläss- lich der 200-jährigen Wiederkehr der Verabschie- dung der Augsburger Konfession, wie schon zur 100-jährigen 1630, erneut ein Fest. Damit brach- ten die Bürger ihre unvoreingenommen positive Einstellung gegenüber dem lutherisch-protestan­ tischen Glauben zum Ausdruck. n Im Dezember kaufte der Rat von August Schmidt für 300 Gulden die beim Gießrad stehende Leder- walkmühle. 1732 Wegen Übertretung des Zwickauer Bierbanns er- folgten Ausfälle nach Schönfels, Silberstraße und Mülsen St. Jacob, wo kein Bier gebraut werden durfte. n Neben einem Regimentsstab lagen in Zwickau fünf Kompanien Musketiere in Garnison. n Am 9. und 10. Juni sowie am 18. Juli kamen drei Trupps der Salzburger Protestanten in Zwickau an, wo sie herzlich empfangen wurden. Sie hatten infolge eines Emigrationspatents des katholischen Salzburger Erzbischofs Leopold Anton von Firmian vom 31. Oktober 1731 zu Tausenden ihre Heimat verlassen und waren vom Kurfürst von Branden- burg und König in Preußen Friedrich Wilhelm I. zur Neuansiedlung in Preußen eingeladen worden. 1733 Am 26. Juni führte ein Wolkenbruch zu einem Hochwasser, das die Schlossmühle und Bergkeller beschädigte. n Am 26. November huldigten 16 000 Menschen auf dem Markt dem neuen Kurfürsten Friedrich August II. Für den am 1. Februar verstorbenen Landesherrn Kurfürst Friedrich August I. der Starke war eine sechsmonatige Landestrauer angeordnet worden (Abb. 39). n Am 27. Dezember stürzten 15 m Stadtmauer oberhalb der Schlosspforte ein. 1734 Am 17. Januar wurde der Kurfürst Friedrich August II. als August III. polnischer König und Großherzog von Litauen. Für die dafür entstande- nen Kosten musste Zwickau 12 000 Taler beisteuern. n Die Beschwerden der Bürger gegen die Arbeits- weise des Rates veranlassten den Kurfürsten, eine Untersuchung durchführen zu lassen, die aber keine negativen Resultate erbrachte. 1735 Am 4. Dezember wurde ein Fahnenjunker der Garnison wegen Mordes geköpft. n Der Orientalist, Münzkundige und Altertumsforscher Superintendent Christian Gotthilf Blumberg starb in Zwickau. n Unter dem Befehl des Obristen Graf Sulkowski bezogen eine Freikompanie, Dragoner und Artille- rie die Garnison. n Seit diesem Jahr erfolgte auf Zwickauer Fluren regelmäßiger Kartoffelanbau. 1736 Am 18. Juli traf ein Hochwasser der Zwickauer Mulde vor allem die Mühlen. 1737 Im Mai erhielt der Bach-Schüler Johann Ludwig Krebs eine Anstellung als Organist an der Marien- kirche (Abb. 40). Abb. 40 | Empfehlungsschreiben von Johann Sebastian Bach für Ludwig Krebs, 1737

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