Katalog
Das 14. Jahrhundert 17 1327 Die slawische Sprache wurde in der Gegend von Zwickau und Altenburg bei Strafe verboten. n Der Rat ließ die Stadtbefestigung aus festem Mau- erwerk (Bruchsteine und Ziegel) erweitern und verstärken. Nach weiteren Ausbauarbeiten sah der Aufbau in der Mitte des 15. Jahrhunderts wie folgt aus: eine 7 bis 9 m hohe innere Mauer mit Schieß- scharten und Wehrgang, parallel davor die Zwinger- oder Futtermauer. Zwischen der inneren Haupt- und der Zwingermauer lag der Zwinger. Vor der etwa 5 m hohen Zwingermauer verlief ein etwa 20 m breiter und 2,5 m tiefer, durch die Zwickauer Mulde gespeister Stadtgraben. Weiterhin existier- ten vier Tortürme: Oberes Tor (1307), Frauentor (1330), Niederes Tor (1334), Tränktor (1361) – drei Pforten: Fleischer-, Schloss- und Obere Pforte – sieben Wehrtürme: Fleischer-, Rössel-, Pulver-, Kessel-, Bärenhäuter-, Weißer und Grün- hainer Turm – sowie 24 Bastionen an der Zwinger- mauer. Der Ausbau der Befestigungsanlage auf die genannte Größe war im ausgehenden Mittelalter abgeschlossen. Die Länge des Wassergrabens be- trug etwa 2 km und umfasste damit ein Stadtareal von 46 ha (Abb. 4). 1328 Beim ersten großen Zwickauer Stadtbrand wurden u. a. die Katharinen- und die Marienkirche be- schädigt. 1329 Nach einem weiteren Stadtbrand begannen die Wiederaufbauarbeiten an der Katharinenkirche. 1331 Erstmals wurde in Zwickau eine Burg, die sich an der Stelle des späteren Schlosses Osterstein befand, schriftlich erwähnt. Die Burg entstand an der Stelle des Vogthofs und bildete einen eigenen Rechtsbezirk, das Burglehen. 1332 Die Franziskanermönche betrieben eine Badestube. 1333 Die drei Ratsmühlen vor dem Tränktor fanden in der ersten Mühlenordnung Erwähnung, genauso wie die Niedere Mühle (sie diente als Brettmühle und galt später als Schlossmühle) und eine zweite Brettmühle – später Obere Mühle. 1334 Vermutlich seit diesem Jahr überquerte die hölzerne, mit einem Mittelpfeiler versehene Tränk- brücke (später Paradiesbrücke) die Zwickauer Mulde. 1342 Am 22. Juli trat die Zwickauer Mulde nach starkem Regen über die Ufer und beschädigte Brücken und Stege. n Der Grünhainer Klosterhof erwarb von der Stadt Zwickau das Recht, zu brauen, zu backen und Ge- treide aufzuschütten. 1348 Der Markgraf von Meißen setzte in Zwickau einen neuen Amtmann ein, der nun das Recht besaß, den vom Rat ernannten Stadtrichter abzulehnen oder zu bestätigen. n Der Kornmarkt wurde erstmals urkundlich erwähnt. Älteste Strukturen (Hölzer, Gruben, Öfen, Materia- lien, Stege über einen Bach) stammen aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts und aus dem 13. Jahrhundert; die Pflasterung erfolgte um 1300. n Zwickau erhielt das Recht eines Jahrmarkts zu Trinitatis (28. Mai) zugestanden. Wenig später kam noch der Adventsmarkt hinzu. n Ein Frauenhaus (privilegiertes, unter polizeilichem Schutz stehendes Bordell) wurde urkundlich er- wähnt. Es befand sich zwischen Bader- und Korn- gasse nahe dem Haus des Henkers an der Stadt- mauer. Die Frauen waren zunftmäßig unter einer Vorsteherin vereint. n Abb. 4 | Oberes Tor, Zustand um 1660
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