Katalog

8 | 9 Das neue Konzept, das seit 2013 sukzessive umgesetzt wird, orientiert sich an der Geschichte des Museums mit drei Abteilungen und an der Architektur des Hauses als Abbild der Welt. So findet man jetzt im Erdgeschoss die »NaturWelten« als Verbindung der bisher getrennten Bereiche Vivarium und Naturkunde. Im ersten Stock erlebt man in den »MenschenWelten« die einzigartige Kombination der Fachbereiche Archäologie und Ethnologie, der Alten und der Neuen Welt. Und über allem schweben schließlich die »KunstWelten« mit Gemälden und Skulpturen vom Mittelalter bis in das 20. Jahrhundert. Auch wenn dieser Ansatz intellektuell erscheinen mag, kommt er bei den Besuchern gut an. Für Familien ist das Landesmuseum eines der beliebtesten Ausflugsziele in Hannover und Umgebung, durch die neue Präsentation der Sammlungen haben viele weitere Kulturinteres- sierte das Haus neu entdeckt. Im Fokus der Vermittlung stehen auch Menschen mit Migrations­ hintergrund, denn bei der zentralen Frage in den »MenschenWelten«, welches eigentlich die Innovationskräfte für den Fortschritt der Menschheit sind, spielen Kulturkontakte und Migra- tion eine entscheidende Rolle. So kann die Andersartigkeit nicht als befremdlich oder gar beängstigend, sondern als Bereicherung auch für unsere Gesellschaft wahrgenommen werden. Das ist Inklusion im besten Wortsinn: Kinder, Eltern oder »best ager«, unabhängig von der Herkunft, dem sozialen Status oder der Bildung – jeder Besucher findet im Landes- museum Hannover etwas Besonderes, worin er oder sie sich wiederfinden kann. So führt das neue Konzept statt zur Diversität zu einer Einheit, verbindet Altes und Neues, Kunst und Natur miteinander. Es ist nach Michel Foucault die bewusste Verbindung von Unvereinbarem. Und damit einzigartig.

RkJQdWJsaXNoZXIy MTMyNjA1