Leseprobe
H e r zog t um Me ck l enburg -S chwe r i n | L and e sh e r r l i ch e R e s i d enz en 3 5 ßen ist. Trotz der im 19. Jahrhundert erfolgten Umgestaltung zum sogenannten Teepavillon, die sich vor allem auf äußerliche Veränderungen bezog, blieben die barocke Bausubstanz und die Raumdisposition des intimen Lusthäuschens im Wesentlichen erhalten – ebenso der barocke Kamin im oktogonalen Hauptraum, der sich auf Entwürfe Künneckes zurückführen lässt. CN 3 S CHWE R I N · S CH L O S S Fassadenriss des Treppenhaus- anbaus am Schweriner Schloss Johann Friedrich Künnecke 1736 Graphit; Feder in Schwarz, grau und rot aqua- relliert · 32,2×20,1 cm · Papier Wasserzeichen: »GR« unter Krone, vgl. S. 607, Typ 05J Bezeichnungen: »NB. Die fenster Lit A. sollen nicht durchgebrochen werden, sondern es bleibet die Mauer=Hohe biß unter der Sohle.« Inv.-Nr.: Slg. 03 Plan 155 Zum geplanten Anbau eines Treppenhauses an der Schlosskirche zu Schwerin, der die Verbin- dung zu den über der Kirche neu eingerichteten Räumen des herzoglichen Kommissars Christian Ludwig herstellen sollte, lieferte Johann Fried- rich Künnecke eine Vielzahl von Entwürfen. Die vorliegende Ansicht der Hofseite zeigt die Ein- bindung des vorgesehenen Treppenhausanbaus an die bestehende Bausubstanz des Schlosses aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Rechts stößt die barocke Fassade an die Mauern der Schlosskir- che bzw. des Hauses über der Schlosskirche. Als Unterbau dient der alte Holzkeller, dessen Fas- sade mit den von Ghert Evert Piloot entworfe- nen Fensterrahmungen hier abgebildet ist. Zu den oberen, mit »A« gekennzeichneten kleine- ren Fenstern vermerkte Künnecke an der Zeich- nung: »NB. Die fenster Lit A. sollen nicht durch- gebrochen werden, sondern es bleibet die Mauer=Hohe biß unter der Sohle.« Über diesem Bau aus der Spätrenaissance plante Künnecke einen zweigeschossigen, drei Achsen breiten Aufbau mit Mansarddach und profiliertemSchornstein. Zur Aufwertung sollte der verputzte Fachwerkbau einen Dreiecksgie- bel mit Vasenaufsatz erhalten. Mit Bleistift va- riierte Künnecke die Form und Neigung des Gie- bels und deutete rechts oberhalb an, den neuen Anbau imMansarddach risalitartig hervortreten zu lassen. Die Füllung des Giebeldreiecks mit einemRundfester mit Schlussstein und dreiecki- gen Blendfeldern zu dessen Seiten verwendete Künnecke in gleicher Weise schon an der Gar- tenfront des Herrenhauses Bothmer in Klütz und als eine Art persönliches Signet auch an weiteren Entwürfen zu anderen Gebäuden. CN 3
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