Leseprobe

H e r zog t um Me ck l enburg -S chwe r i n | L and e sh e r r l i ch e R e s i d enz en  17 3 120 RO S TOCK · AUD I TOR I UM Auditorium, Corps de Garde und Universitätsbibliothek – Projekt II, Erdgeschoss Jean-Laurent Le Geay Mai 1749 Graphit, Feder in Schwarz; schwarz laviert 28,4×53,5 (angesetztes Blatt 28,4× 16,3 cm) Papier (halber Bogen) Wasserzeichen: »IV« Maßstab unbezeichnet Bezeichnungen: u.M.: »C. L.hzm« (Paraphe Herzog Christian Ludwigs II. zur Approbation) Inv.-Nr.: Slg. 03 Plan 104 121 RO S TOCK · AUD I TOR I UM Auditorium, Corps de Garde und Universitätsbibliothek – Projekt II, Obergeschoss Jean-Laurent Le Geay Mai 1749 Graphit, Feder in Schwarz; schwarz laviert 46,8×23,6 cm · Papier (halber Bogen) Wasserzeichen: Lilie imWappenschild mit Krone, darunter »4« als Marke und »WR«, darunter »C&IHonig«, zweikonturig, vgl. S. 646, Typ 52B Bezeichnungen: M.: »C. L.hzm« (Paraphe Herzog Christians Ludwig II. zur Approbation) Inv.-Nr.: Slg. 03 Plan 100 Le Geays zweiter Entwurf für den Neubau des Auditoriums zeigt den Saal gegenüber dem ers- ten (Kat.-Nr. 117) gestreckt und im Raumcharak- ter gänzlich verändert: Die Emporen sind vom Saal abgetrennt und beiderseits auf vier höl- zerne Stützen gestellt, umauf ihnen Bücher auf- stellen zu können. Das Auditorium hätte damit den Eindruck einer kurzen Basilika mit verkürz- tem, geschlossenen Obergaden sowie Apsiden an beiden Enden erhalten. Le Geays zweiter Entwurf reflektiert zwei zusätzliche Faktoren. Zum einen hatte Petersen schon Anfang Mai 1749 angeregt, den Bauplatz durch Anschluss an das Weiße Collegium unter Schließung des Kleinen Katthagens zu vergrö- ßern; zum anderen wollte die herzogliche Seite auch die Bibliothek der Universität im Neubau unterbringen. Der Entwurf ist noch nicht ganz durchge- arbeitet, obwohl bereits vom Herzog appro- biert. Die zweiläufige geschwungene Treppe im Süden, die dem ovalen Podium im Norden ant- wortet und die vielleicht zum Herzogssitz füh- ren sollte, endet im Leeren. Der Zugang zur Bib- liothek imObergeschoss ist ungeklärt; vielleicht sollte er vom Weißen Kollegium her erfolgen (da der Plan des Bibliotheksgeschosses nach Ausweis der beschnittenen Längsseiten gleich- falls als Tektur gedacht war, fehlen Angaben zu einer eventuellen Verbindung). Die Fassade des Corps de Garde ist zentriert und hat einen Mittelrisalit mit betontem Portal erhalten. Die in diesem Bauteil in Blei eingetra- genen Mauern können allerdings auch zu den nachfolgenden Überlegungen für eine bessere Charakterisierung der Wachfunktion gehören. JE 120 121

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