Leseprobe
26 P r o j e k t p h a s e I · E n t w ü r f e Swaantje König Projektplanung: Ein intensiver Projektraum entsteht Mit dem Ziel, eine heilungsfördernde Gestal- tung für ein Modellzimmer der Intensivstation des Diakonissenkrankenhauses Dresden zu entwickeln, begann im Herbst 2016 die Arbeit am »Projekt Intensiv«. Gleich zu Beginn des ersten Semesters, in einem ersten Informa tionstreffen für alle Studierenden des Aufbau- studiengangs, wurde das Projekt von Thomas Hellinger als künstlerischem Leiter und mir selbst als Künstlerin und Kunsttherapeutin vorgestellt. ImAnschluss erhielten die Studie- renden die Möglichkeit, sich für die Projekt- teilnahme zu entscheiden. In der Großgruppe konnte so ein unvoreingenommener Einstieg gefunden werden, um sich dem Thema auf der gestalterischen Ebene im Sinne der künst- lerischen Forschung zu nähern. Mit der Frage »Was würde ich mir wün- schen, wenn ich mich in die Situation der Patient*innen und ihrer Angehörigen hinein- versetze?« entstanden die unterschiedlichs- ten Gestaltungsentwürfe von 16 ausgebilde- ten Künstler*innen, die hier am Beginn ihrer kunsttherapeutischen Ausbildung standen. In der Gruppe wurden die ersten Ideen und Ent- würfe vorgestellt, imAnschluss mit der Reso- nanzbildmethode ® vertieft und erweitert.Aus dem bildnerischen Material wurden anschlie- ßend Wortfelder gebildet und zu Themenbe- reichen geordnet, die sich wiederum in Unter- kategorien weiter differenzierten. Deutlich trat bereits von Anfang an das Thema Natur hervor. Eine zentrale Rolle spielten sowohl organische Formen, Naturelemente und na- turnahe Farben in vielen Gestaltungen als auch die Verbindung zum Himmel und die Wirkung des Lichts. Der Raum als solcher wurde durch die gestalterischen Ideen geöff- net, zusätzlich aber auch in seiner Funktion als Schutzraum thematisiert. Der Wunsch, sich verorten zu können und sich dadurch sicherer und aufgehobener zu fühlen, trat dabei in den Ausarbeitungen mehrheitlich hervor. Im weiteren Verlauf formierte sich die Projektgruppe aus acht Student*innen des Aufbaustudiengangs. In regelmäßigen Abständen folgten Pro- jektgruppentreffen in den Räumlichkeiten der Hochschule. Gleichzeitig fanden Ortsbege- hungen statt, sodass die Studierenden auch die Atmosphäre der Klinik und die des Zim- mers erfahren, konkrete bauliche Aspekte begutachten und in die Planung mit einbezie- hen konnten. Die bauliche Situation des Zim- mers stellte eine zentrale Herausforderung dar. Das als Modellzimmer ausgewählte Zweibettzimmer setzte sich im wesentlichen aus den gegenüberliegenden Betten, den am Kopfende der Betten installierten medizini- schen Geräten, den sogenannten Ampeln, und den an der Decke fest installierten Be- leuchtungselementen, Lüftungsschächten und Rauchmeldern zusammen. Die Zimmersituation wurde von allen Pro- jektgruppenmitgliedern als sehr funktional, karg und steril empfunden. DieWände, die in hellem Gelb gestrichen waren, konnten nur wenigWärme ausstrahlen, da die Umgebung durch die medizinischen Geräte und das grelle Licht an der Decke geprägt wurden. Das Pflegepersonal der Klinik wies bereits zu Beginn daraufhin, dass die Patient*innen
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