Leseprobe
28 P r o j e k t p h a s e I · E n t w ü r f e durch ihre meist liegende Position im wachen Zustand vorwiegend die Decke im Blick ha- ben würden. Dies führte auch dazu, dass die Decke sich als zentraler, zu gestaltender Ort entwickelte. Gleichzeitig ergab sich die Schwierigkeit, dass der ursprüngliche Zustand an der Decke kaum freie Stellen finden ließ, da die Beleuchtung und die Lüftungsschächte die Fläche einnahmen. So wurde die Ent- scheidung maßgeblich, die Decke von Seiten der Klink, unter Berücksichtigung der medizi- nisch notwendigen Beleuchtung, auch bau- lich verändern zu können. Bereits von Beginn an wurden gemein- same Projektgruppentreffen zwischen dem Diakonissenkrankenhaus und Vertreter*innen der HfBK-Projektgruppe vereinbart, um die Arbeit zu vernetzen. Die Projektgruppe des Krankenhauses, die gleichzeitig ein Konzept für die Akustik auf der Station und die Ein- richtung einesWartebereiches für Angehörige erarbeitete, setzte sich interdisziplinär aus Pflegekräften, Ärzt*innen, Techniker*innen sowie Beauftragten für den Bau, der Hygiene, Medizintechnik,Wirtschaft und Organisation- entwicklung zusammen. Insbesondere die enge Zusammenarbeit mit dem Haustechni- ker (Herr Seifert) war für die bauliche Ent- wicklung der Gestaltung von großer Bedeu- tung.Von Seiten der Klinik wurde von Anfang an auf eine mehrheitliche Entscheidung über den Entwurf Wert gelegt, um insbesondere die Bedürfnisse derjenigen Berufsgruppen zu berücksichtigen, die im Stationsalltag mit der Gestaltung zu tun haben würden. Stimmen aus der Projektgruppe der Klinik äußerten den Wunsch nach einem Entwurf, der auch auf andere Zimmer übertragbar sein sollte – als »greifbare Lösung, die finanzierbar, span- nend« zur Verbesserung der Atmosphäre so- wohl der Patient*innen als auch der Mitar- beiter*innen beitragen könnte und auf die Bedürfnisse abgestimmt wäre. In der Ent- wicklung sollte der Entwurf von allen Betei- ligten offen, konstruktiv und auch konträr diskutiert werden können. Die Herausforderung zu Beginn der ersten Entwurfsphase zeigte sich in der Annäherung an die interdisziplinären Themengebiete, die das Projekt in sich vereint. Im Sinne der künstlerischen Forschung wurde die Entwick- lung der Gestaltung sowohl durch das künst- lerische Handeln des jeweiligen Projektgrup- penmitgliedes als auch durch den diskursiven Prozess theoretischer Inhalte bestimmt (vgl. Heid 2003). Im Mittelpunkt stand zunächst das Einfühlen in die Patient*innen, die auf- grund ihrer oft lebensbedrohlichen Lage me- dizinisch durch modernste Technik auf der Intensivstation versorgt werden, deren Be- dürfnisse jedoch außerhalb der körperlichen Versorgung in den Hintergrund treten, wie im Erste Begehung vor Ort. Projektgruppen HfBK Dresden und Diakonissenkrankenhaus, November 2016.
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