Leseprobe
10 G r u n d g e d a n k e n Rhythmus verbessert den zirkadianen Rhyth- mus und den Schlaf der Patient*innen (und beugt wahrscheinlich Verwirrtheitszuständen vor); kranke Menschen profitieren im Kran- kenhaus von der Möglichkeit, in die Natur schauen zu können (alle nach Ulrich et al. 2008). Ein modernes Konzept stellt zum Beispiel das sogenannte Optimal Health Environment (OHE, Sakallaris et al. 2015) dar, das an einer kalifornischen Universität entwickelt wurde. Es benennt zunächst vier Felder der systema- tischen Betrachtung von gesundheitsfördern- den Maßnahmen in einer Institution (Tabelle). Diese reichen von einer Beachtung der Inne- ren Umgebung der Beteiligten im Hinblick auf den therapeutischen Auftrag, über die zwi- schenmenschliche Ebene und die Verhaltens- und Handlungsebene bis eben zu Faktoren der Umgebungsgestaltung. Im Einzelnen geht es im Bereich von »In- nerer Umgebung« z.B. um Aspekte der per- sönlichen Ressourcen wie Überzeugungen und Emotionen. Mitarbeiter*innen sollten sich mit der Absicht, zur Gesundheit und per- sönlichen Entwicklung anderer beizutragen, identifizieren. Kranke sollten befähigt wer- den, sich im umfassenden (bio-psycho-sozia- len) Sinn der Weltgesundheitsorganisation WHO (DIMDI 2005) auf den Genesungspro- zess einzustellen und aktiv ihre sogenannte Krankenrolle anzunehmen. Innere Umgebung (Selbstverständnis) Absicht, zu heilen: Absicht, gesund zu werden: Ermutigung, Fürsorge Persönliche Ganzheit i.S.d. bio-psycho-sozialen Gesundheit Verhaltensumgebung (Handlungsauftrag) Umfassende Behandlung: Gesundheitsverhalten: Kompetente, umfassende, multi- disziplinäre bzw. multimodale, Personzentrierte Behandlung In den Bereichen Ernährung, Bewegung, Stressbewältigung, Tag-Nacht-Rhythmus, Vermeidung von Risikofaktoren Zwischenmenschliche Umgebung Heilende Beziehungen: Heilende Organisationen: Gesundheitsfördernd, aufeinander bezogen, positiv gestimmt Funktionale Strukturen und Ressourcen der Institution gegenüber Patienten und Mitarbeitern Äußere Umgebung Gesunde Räume i.S.d. Evidence-Based Design Nachhaltigkeit/Ökologie Angemessener Umgang mit Licht und Farben, Ruhe und Musik, Zugang zur Natur Niedriger Energieverbrauch, sparsamer Einsatz belastender Mittel, Müllvermeidung Tabelle (modifiziert nach Sakallaris, 2015).
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MTMyNjA1