Leseprobe
132 Veranstaltungen und Berichte Pressefahrt des Sächsischen Staatsministers für Regionalentwicklung, Thomas Schmidt, zum Thema »Nachnutzung und Umnut- zung technischer Denkmale – ein Beitrag zu 500 Jahren Industriekultur in Sachsen« am 12. August 2020 Michael Streetz, Sabine Webersinke Um auf verschiedene Facetten des Denkmalschutzes aufmerk- sam zu machen, lud Staatsminister Thomas Schmidt zur ersten Pressefahrt des Sächsischen Staatsministeriums für Regional- entwicklung ein. Mit der Objektauswahl und Organisation wurde das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen (LfD) beauf- tragt. Anlässlich der Sächsischen Landesausstellung »Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen« wurden Objekte mit Bezug zur Industriegeschichte des Freistaates in den Fokus genommen. Vier besonders gelungene Beispiele kommunaler, privater und staatlicher Eigentümer zum Thema »Nachnutzung und Um- nutzung technischer Denkmale« wurden schließlich zur Besich- tigung ausgewählt. Sachsen besitzt rund 7500 technische Denkmale. Darunter können Handwerksbetriebe, Manufakturen oder Mühlen auch aus vorindustrieller Zeit fallen, in großer Zahl aber die bauli- chen und technischen Hinterlassenschaften der Industrie wie Fabrikgebäude, Maschinen oder technische Ausstattung, aber auch Halden oder Bergwerke. Einrichtungen des Verkehrs um- fassen Schienen-, Straßen-, Luft- oder Wasserverkehrsanlagen – darunter auch Brückenbauwerke und Bahnhöfe – mitsamt den zugehörigen Verkehrsmitteln als bewegliche Denkmale. Darüber hinaus zählen Kommunikations- und Informations- anlagen wie Fernsprecheinrichtungen und Sendeanlagen eben- so zu den technischen Denkmalen wie Ver- und Entsorgungs- bauten der Gas-, Elektrizitäts- und Fernwärmeversorgung sowie der Wasserwirtschaft, darunter Talsperren, Wasserwerke und Hochbehälter sowie bergbauliche Wassertransportsysteme mit Kunstgräben und Speicherteichen. Vermessungsnetze, z. B. die Nagelschen Säulen, Grenz- und Wegesteine wie auch die Post- meilensäulen gehören ebenso dazu. Von Dresden aus wurde Medienvertretern die Möglichkeit zu einer gemeinsamen Anreise mit einem Reisebus nach Chem- nitz geboten. Die fachliche Begleitung der Fahrt übernahmen Dr. Michael Streetz, Referent für technische Denkmale im LfD, und Bettina Schülke, Leiterin der unteren Denkmalschutzbe- hörde der Stadt Chemnitz. An den einzelnen Stationen standen weitere Experten, Eigentümer und Betreiber als Ansprechpart- ner zur Verfügung. Den Auftakt bildete der Schauplatz Eisenbahn Chemnitz- Hilbersdorf, 1 einer der dezentralen Standorte der Sächsischen Landesausstellung. Das eisenbahnhistorische Areal von 265 000 Quadratmetern Fläche wird durch zwei ehrenamtlich arbeitende Vereine museal betrieben: Der Verein »Eisenbahnfreunde Richard Hartmann Chemnitz e.V.« hat die verbliebenen Reste des ehemaligen Rangierbahnhofs im »Technikmuseum Seilab- laufanlage« wieder nutzbar gemacht. Der Verein »Sächsisches Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf e.V.« betreut das zugehörige Bahnbetriebswerk als funktionsfähiges Museum. Beide haben sich zur Kooperationsgemeinschaft Schauplatz Eisenbahn zusammengetan. Nach der Begrüßung durch Herrn Staatsminister Thomas Schmidt führten Dr. Maximilian Clau- dius Noack, Projektkoordinator und Kurator des Schauplatzes, und Wolfgang Vogel, Vorsitzender des Vereins Eisenbahnfreun- de Richard Hartmann Chemnitz e.V., die Gruppe durch das Gelände. Die Seilablaufanlage des Rangierbahnhofs war Ende der 1920er-Jahre in Betrieb gegangen. Sie ermöglicht die Zu- sammenstellung von Güterzügen an einem Ablaufberg mit Abb. 1 Schauplatz Eisenbahn Chemnitz-Hilbersdorf, Besichti- gung des Reiterstellwerks, links Staatsminister Thomas Schmidt, Wolfgang Vogel erklärt im Hintergrund, 2020.
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