Katalog
Frankfurt als ›Metropole‹ in der Mark Brandenburg 189 3 4 Hans Rudolf Manuel, gen. Deutsch Ansicht der Stadt Frankfurt (Oder). 1548 (S. 46, Abb. 2) Holzschnitt, 20,2 × 28,7 cm Frankfurt (Oder), Museum Viadrina, Inv.-Nr. V/K2-51b Lit.: Targiel 1997, S. 10–20; Berndt 2007, Nr. 689 (mit weiterführender Lit.) Zeichner der Vorlage war wahrscheinlich der in Frankfurt tätige Formschneider Frantz Friderich (ca. 1520–1584). In den Holzschnitt umgesetzt hat die zeichnerische Aufnahme der Maler und Holzschneider Hans Rudolf Manuel, gen. Deutsch (1525–1571) für den bedeutenden Gelehrten Sebas- tian Münster (1488–1552), Rektor der Universität in Basel, der 1529 zum Protestantismus konvertiert war. Das Blatt erschien in Münsters Hauptwerk, der »Cosmographia«, einem Kompendium der Orte auf der Welt und ihrer Geschichte, erstmals 1550. Dieser Holzschnitt ist nicht nur das älteste druckgrafisch vervielfältigte Stadtbild von Frank- furt (Oder), sondern zugleich auch von einemOrt in der Mark Brandenburg. Münster hatte dem Rektor der Frankfurter Uni- versität seine Bitte um ein authentisches Stadtbild geschrie- ben und würdigt in seiner »Cosmographia« die qualitätvolle Zuarbeit aus Frankfurt, die zugleich ein Zeugnis der huma- nistischen Bildung in der bis zum Dreißigjährigen Krieg sicher bedeutendsten Stadt der Mark Brandenburg ist: »Ich hab der stett in Teutsch land nit viel gefunden / die uff mein einfaltigs schreiben mir in meinem furnemen so gutwillig gewesen.« (Cosmographia, S. CDDDXCI). IB
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