Leseprobe

2 4 2  To p ogr a ph i e 196 ME CK L ENBURG - S CHWE R I N UNB E S T I MMT Vorschlag zur Umgestaltung einer Gruftkapelle (?) Ansicht der Kapelle und Schnitt der Bibliothek Französischer Zeichner 2. Viertel 18. Jh. Feder in Schwarz; grau und rosa laviert 41,2×30 cm · Papier (Spuren einer ehemals r. aufgeklebten Tektur) Wasserzeichen: »ABV«, 1 vgl. S. 622, Typ 21B Maßstab unbezeichnet Bezeichnungen: v. o. n. u.: »Plancher qui doit estre osté du Cabinet seullement«, »Armoires a livres”, »Armoires a livres«, »Plancher qui doit rester comme il est et y mettre un parquet«, »Plancher a eslevér de 15 pouces quil faudra de- scharger«, »Plancher qui doit estre Eslevé de 15 pouces et requarrelé«, »Plancher qui ne doit pas changer de place ny estre requarrelé«; Maßangaben in Pieds und Pouces Inv.-Nr.: Slg. 03 Plan 432 197 ME CK L ENBURG - S CHWE R I N UNB E S T I MMT Vorschlag zur Umgestaltung einer Gruftkapelle (?) Detail: Entwurf zum Portal Französischer Zeichner 2. Viertel 18. Jh. Graphit, Feder in Schwarz und Braun 28,2×20,6 cm · Papier Wasserzeichen: »ABV«, 1 vgl. S. 622, Typ 21A Maßstab in Toises Bezeichnungen: u.M.: »Une Grande marche de pierre« Inv.-Nr.: Slg. 03 Plan 360 Mangels topographischer Hinweise und charak- teristischer Details lässt sich das Projekt nicht identifizieren. Der Zeichner schrieb geläufig Fran- zösisch und bediente sich des französischenMaß­ systems; auch das Papier weist auf Frankreich. Die Zeichenweise hat aber keine Parallele in den Entwürfen Le Geays und ist früher anzusetzen. Da – vielleicht wegen des Fehlens der Tektur auf Kat.-Nr. 196 – nicht sicher zwischen Vorzustand und Neuentwurf zu unterscheiden ist, bleibt auch die Interpretation des Dargestellten zu Tei- len hypothetisch. Einiges deutet auf eine Situie- rung der Baumaßnahme in einer großen goti- schen Kirche Nordostdeutschlands. In den unter Einfluss der mecklenburgischen Herzöge ste- henden Stadtkirchen ist aber offenbar kein der- artiger Einbau belegt; vielleicht blieb er Projekt. Der von der Planung betroffene gewölbte Raum ist etwa zwölf Meter hoch, knapp fünf Meter breit und durch hölzerne, mit Fliesen be- legte Zwischenböden in vier niedrige Etagen ge- teilt. Er liegt zwischen gleichartigen Räumen; die – vielleicht schematisierten – Zwischenwände wirken mit nur zwei Fuß Dicke verhältnismäßig schwach. Die unterste Etage erinnert auf Kat.- Nr. 197 mit Tür, vergittertem Fenster und einem Kellerfenster zur Belüftung eines tiefgelegenen Raumes deutlich an barocke Gruftkapellen in 196

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