Leseprobe

46 bis zu ihrer Zerstörung Bestand hatte, wurde ver- sucht, die gespaltenen Pfeiler zusammenzuhalten und zu reparieren: mit eisernen Klammern und Ban- dagen, durch Steinaustausch. Es half nur begrenzt, die Pfeiler blieben Schwachstellen. Um das künftige Baugefüge vor ähnlichen Schwächen und Schäden zu bewahren, standen ver- schiedene Vorschläge zur Diskussion: Pfeiler aus Gra- nit statt aus Sandstein (Curt Siegel), eine horizontale Betonscheibe um die Kuppel über dem Kirchraum (Fritz Leonhardt), ein gekrümmter unterer Kuppelrand unter dem Schleppdach (Günter Zumpe). Alle drei Vor- schläge hätten vom Original weggeführt und neue technische Probleme gebracht. Ihnen konnte nach kri- tischer fachlicher Begutachtung nicht gefolgt werden. Zur Ausführung kam als Zutat zum Bähr’schen Gefüge ein in Höhe der Traufe unter dem Schlepp- dach frei schwebendes, nur punktuell unterstütztes mehrteiliges Ankersystem aus Stahl. Seine Aufgabe war und ist es, die von Bähr angestrebte Lastvertei- lung auf Pfeiler und Wände dieses Mal tatsächlich wahr werden zu lassen. Den nach außen weisenden Wänden wurden seitlich runde Spannstangen ange- legt – so, wie einem Pferd Zügel angelegt werden. Die Stangen sind mit ihrem hinteren Ende an einem mehrgliedrigen, frei um die Kuppel geführten poly- gonalen Ringanker und mit ihrem vorderen Ende an einem Betonblock imWandmauerwerk festgemacht. Durch schrittweises Anspannen der Stangen (und damit auch des polygonalen Ringes) konnten die Wände, während die Kuppel aufgemauert wurde, am Zusätzliches Ankersystem

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