Leseprobe

47 Ausweichen und Aufreißen gehindert und zur antei- ligen Aufnahme der Kuppellast gezwungen werden. Das System ist bei Bedarf nachspannbar. Diese von meinem Büropartner Bernd Frese erdachte Korrektur des Kraftflusses hat die Überlastung der Pfeiler be- hoben und, zusammen mit der besseren Qualität des neuen Mauerwerks, der wiederaufgebauten Frauen- kirche zu genügend Sicherheit verholfen. Unabhän- gige Untersuchungen bei der bautechnischen Prü- fung bestätigten das Ergebnis. Denkmalpflegerische Forderungen nach Minimierung und Reversibilität moderner technischer Hilfen fanden hier aus inge- nieurtechnischen Überlegungen von selbst ihre Er- füllung. Und was die Verwendung von Stahl angeht: Auch George Bähr hatte Eisenanker zur Stabilisierung seiner Steinkonstruktion verwendet, wenn sie auch nicht vorgespannt waren. Die zweite wesentliche Korrektur des alten Bau- gefüges galt dem Schleppdach. Durch seine Sand- steinplatten regnete es früher immer wieder durch. Wiederholt waren Reparaturen versucht worden, die aber jedes Mal misslangen. So entstand bei uns In- genieuren der Plan, unter die steinsichtigen Platten ein Unterdach aus leichten Ziegelgewölben einzuzie- hen und auf ihnen eine wasserdichte zweite Ebene herzustellen. Die Dachplatten selbst und ihre eben- falls aus Sandstein bestehenden Auflagerdübel wur- den vorgefertigt. Beide sind wegen des windschiefen Ausschwingens der Dachfläche von vielfach unter- Verlegen der Dachplatten Aufbau des Schleppdaches

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